Der Iran-Krieg hat sich längst ausgebreitet: Die Iraner bombardieren neben Israel auch andere mit den USA verbündete Länder, ein Ende ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Der Iran will jetzt offenbar ein ganzes „Netzwerk wichtiger Häfen“ in mehreren Staaten bombardieren.
Von Bemühungen, den Iran-Krieg zu beenden, ist aktuell nichts zu spüren. Das US-Militär hat mehrere Nächte in Folge den Iran bombardiert – und die Iraner wehren sich. Allerdings richten sich die iranischen Attacken nicht nur gegen das mit den USA verbündete Israel. Die Iraner könnten „ein Netzwerk wichtiger Häfen“ in den Golfstaaten ins Visier nehmen, warnt die iranische Nachrichtenagentur Fars.
Insgesamt fünf „wichtige regionale Häfen“ stehen laut Fars auf der Angriffs-Liste der Iraner – als Vergeltung auf US-Angriffe auf den iranischen Hafen Tschahbahar. Dabei scheint es, als hätten die Iraner vor allem Militärstützpunkte der USA in mehreren Golfstaaten im Visier.
Oman, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Kuwait und Bahrain werden oft unter Golfstaaten zusammengefasst und gehören zu den Verbündeten der USA. In den vergangenen Jahren haben sich auch Syrien und die USA angenähert.
Attacken auf Golfstaaten längst Realität
Dass die Iraner die Golfstaaten attackieren, ist nicht nur ein gefährliches Droh-Szenario, sondern schon Realität. Allein am Freitag wurden Angriffe in mehreren Ländern gemeldet. Die iranischen Revolutionsgarden griffen nach eigenen Angaben einen ehemaligen US-Militärstützpunkt im Südosten Syriens an. Syriens Armee dementierte den Angriff.
Darüber hinaus wurden laut Teheran zwei US-Radaranlagen im Oman und US-Stützpunkte in Bahrain, Kuwait und Katar attackiert. In Jordanien wurden laut den iranischen Revolutionsgarden US-Flugzeuge auf einem Stützpunkt attackiert, die jordanischen Streitkräfte erklärten, sie hätten drei iranische Raketen abgefangen. Im Irak kamen durch iranische Angriffe neun Kämpfer einer iranisch-kurdischen Gruppe ums Leben.
Schiffe im Visier
Vor der Küste Jemens wurde ein Handelsschiff angegriffen. Wie die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) mitteilte, sollen unautorisierte Personen an Bord gegangen sein, als das Schiff östlich von der Meerenge Bab al-Mandab den Golf von Aden durchquerte. Von wem dieser Angriff ausging, ist aktuell aber noch unklar.
Einen weiteren Angriff auf ein Handelsschiff meldete die UKMTO im Arabischen Meer, etwa 100 Seemeilen östlich von der Küste des Omans. Der Tanker sei Berichten zufolge von den andauernden militärischen Aktivitäten betroffen, so die Mitteilung.
Iran hat noch nicht genug
Der Iran will die Region so lange attackieren, bis die Angriffe auf den Süden Irans aufhören, erklärte der Luftstreitkräfte-Kommandant der Revolutionsgarden, wie die Nachrichtenagentur Tasnim berichtet. Die US-Angriffe auf den Süden Irans haben es wirklich in sich. Die Städte, die die US-Amerikaner aktuell bombardieren, gehören zu den ärmsten des Landes. Dort ist aber auch ein Großteil der iranischen Energieindustrie und Handelshäfen.
Die Region werde damit in die Bemühungen der USA hineingezogen, „den iranischen Einfluss auf die Straße von Hormuz einzudämmen“, fasst der US-Sender CNN die Lage zusammen. Die Straße von Hormuz spielt im Iran-Krieg eine enorm wichtige Rolle. „Unser eigentlicher Krieg findet in der Straße von Hormuz statt“, erklärte Hamid-Reza Hajibabaei, Mitglied des iranischen Parlaments, laut „Financial Times“ lokalen Medien gegenüber. Und behält die Nachrichtenagentur Fars Recht, könnte der Krieg auch bald in mehreren Häfen der Golfstaaten stattfinden.
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