Schirme flogen davon
Kampfjet rast nur Meter über Badegäste hinweg
Ein spektakulärer Tiefflug eines Kampfjets über einen gut besuchten Strand in Florida sorgt in den USA für heftige Kritik. Videos zeigen, wie Sonnenschirme und Strandstühle durch den Luftdruck aufgewirbelt werden und Kinder sich die Ohren zuhalten. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth stellt sich dennoch demonstrativ hinter solche Manöver.
Auslöser war ein Auftritt der Kunstflugstaffel „Blue Angels“ der US-Marine am Mittwoch in Pensacola im Bundesstaat Florida. Aufnahmen in sozialen Medien zeigen einen Jet, der in äußerst geringer Höhe über den dicht besetzten Strand fliegt. Die US-Marine kündigte anschließend eine umfassende Sicherheitsüberprüfung an.
Für Hegseth eine Erziehungsmaßnahme
Bereits einen Tag später stellten sich mehrere Vertreter der Regierung von US-Präsident Donald Trump hinter den Tiefflug. Hegseth schrieb auf X: „Die Tiefflüge werden fortgesetzt, bis sich die Moral verbessert.“ Pentagon-Sprecher Sean Parnell kommentierte den Vorfall mit den Worten: „Macht weiter, Patrioten.“ Auch das Weiße Haus veröffentlichte einen Beitrag, in dem der Überflug positiv dargestellt wurde.
Es ist bereits mindestens das dritte Mal, dass Hegseth öffentlich Unterstützung für umstrittene Tiefflugmanöver bekundet. Solche Flüge sind zwar bei vielen Zuschauern beliebt, führen aber immer wieder zu Kritik und Sicherheitsüberprüfungen.
Suspendierung von Piloten aufgehoben
Erst wenige Stunden zuvor hatte Hegseth auch im Fall von acht Apache-Piloten der Nationalgarde von South Carolina interveniert. Diese waren nach einem Tiefflug während der traditionellen Veranstaltung „Salute from the Shore“ am US-Unabhängigkeitstag vorübergehend vom Flugbetrieb ausgeschlossen worden.
Die Nationalgarde bezeichnete die Maßnahme als routinemäßige Überprüfung und betonte, es habe sich nicht um eine Disziplinarstrafe gehandelt. Nachdem mehrere republikanische Politiker die Suspendierung kritisiert hatten, sprach sich auch Hegseth für deren Aufhebung aus. Am Freitag wurde die Überprüfung abgeschlossen und die Piloten durften wieder fliegen.
Tiefflüge gelten grundsätzlich als risikoreich, da aufgewirbelte Gegenstände Menschen am Boden gefährden können und den Piloten im Ernstfall weniger Reaktionszeit bleibt.









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