Endlich war er da, der schon so sehr erhoffte Regen, doch so heftig hätte er dann auch nicht zuschlagen müssen. Vor allem Wien wurde von dem heftigen Unwetter am Freitag mit voller Wucht erwischt. Innerhalb kurzer Zeit gingen stellenweise enorme Regenmengen nieder – und die Folgen waren auch in einem der bedeutendsten Museen des Landes zu spüren. In der Albertina kam es durch den Starkregen zu einem Wassereintritt.
Binnen kurzer Zeit setzte die Gewitterfront den Osten des Landes unter Wasser gesetzt und sorgte dabei für mehrere Zwischenfälle. Die Unwetterzentrale sprach sogar auf der Kurznachrichtenplattform X von einer regelrechten „Wasserbombe“: Vielerorts fielen 30 bis 40 Liter Regen pro Quadratmeter, in Döbling wurden insgesamt 48 Liter gemessen.
Starkregen setzt Albertina unter Wasser
Auch die Albertina war betroffen – durch den Starkregen drang Wasser ein. Dank eines schnellen Alarmsystems konnten Kunstwerke rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Wie ein Sprecher des Museums erklärte, schlugen Detektoren am Dach rechtzeitig an. Daraufhin wurden rund zehn Bilder aus der Propter-Homines-Halle vorsorglich entfernt.
Betroffen waren vor allem Werke von Albertina-Mitbegründerin Marie Christine. Schäden an den Kunstwerken seien nicht entstanden, hieß es. Voraussichtlich am Samstag sollen die Bilder wieder an ihren Platz zurückkehren.
Schutzmaßnahmen verhinderten Schlimmeres
Der Wassereintritt erinnert an einen Vorfall aus dem Jahr 2009, als ein Tiefenspeicher der Albertina betroffen war. Seit damals wurden laut Museum verschiedene Schutzmaßnahmen umgesetzt – unter anderem zusätzliche Türen für einen schnelleren Zugang sowie ein Wasserabführsystem in Mauern und Regalen.
Beim aktuellen Vorfall dürften vor allem die Dachdetektoren entscheidend gewesen sein. Sie meldeten den Wassereintritt rechtzeitig und ermöglichten ein rasches Handeln. Die bestehenden Maßnahmen sollen dennoch erneut überprüft werden.
Unwetterfront sorgt für Chaos in Wien und Umgebung
Die Gewitterfront hatte am Freitag weite Teile Ostösterreichs erfasst. Besonders betroffen waren Wien, Niederösterreich, das Burgenland und die Steiermark. Neben Starkregen sorgten auch kräftige Böen und lokal mögliche Hagelschauer für Probleme.
Flughafen Wien kurzzeitig lahmgelegt
Auch am Flughafen Wien kam es wegen der Gewitter zu Einschränkungen. Eine Maschine aus Zadar war bereits gelandet, doch die Passagiere durften wegen eines Sicherheitsstopps nicht sofort aussteigen.
Grund war eine Gewitterzelle im Umkreis von fünf Kilometern rund um den Flughafen. In diesem Fall wird der Betrieb auf dem Vorfeld aus Sicherheitsgründen eingestellt – weder Passagiere noch Mitarbeiter dürfen sich dort aufhalten. Nach rund 20 bis 30 Minuten konnte der Betrieb wieder vollständig aufgenommen werden.
Gewittergefahr durch instabile Wetterlage
Die Wetterlage war durch das Zusammenspiel feuchter, warmer Luft und instabiler Luftschichten begünstigt. Besonders dort, wo sich Gewitterzellen nur langsam verlagern, können innerhalb kurzer Zeit große Regenmengen zusammenkommen.
Auch in den Abendstunden blieb die Gewittergefahr bestehen. Die kräftigsten Entwicklungen wurden vor allem im Osten und Süden Österreichs beobachtet.
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