30.08.2017 12:28 |

"Mache mir Sorgen"

Erste-Chef Treichl: KI wird Gesellschaft verändern

Die fortschreitende Digitalisierung und der vermehrte Einsatz von Künstlicher Intelligenz wird nach Ansicht von Erste-Group-Chef Andreas Treichl nicht nur die Bankenbranche, sondern die gesamte Gesellschaft stark verändern: "Wenn ich auf die Bankbranche schaue, dann mache ich mir Sorgen", sagte Treichl am Mittwoch bei einer Podiumsdiskussion beim Forum Alpbach in Tirol.

Er wüsste nicht, ob die rund 50.000 Angestellten der Erste Group in 15 bis 20 Jahren noch den gleichen Job haben werden. Wenn etwa Bargeld immer seltener verwendet werde, müsse man über die Aufgabe der Bankangestellten am Schalter nachdenken. Durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz werde man in einer Welt leben, wo es nicht genug Arbeitsplätze geben wird. "Dies wird unsere Gesellschaft verändern", so der Bankchef. Die politische Diskussion darüber hätte schon vor 25 Jahren beginnen sollen.

Auch neue Jobs und Chancen durch KI
Auf der anderen Seite gibt es Fachkräftemangel: Die Erste Group würde mehr als 5000 Programmierer einstellen, hat laut Treichl aber bisher nur 500 Entwickler gefunden. Künstliche Intelligenz werde unter anderem bei der Erste eingesetzt, um Betrugsfälle zu entdecken oder die Stabilität der Banksysteme zu testen.

Die Informatikerin Joanna Bryson von der Universität Bath in Großbritannien verwies darauf, dass durch Künstliche Intelligenz monotone Tätigkeiten entfallen würden und andere interessantere Jobs gemacht werden können. "Als Gesellschaft werden wir klüger." Künstliche Intelligenz dürfe aber nicht als Ausrede verwendet werden, etwa um die Löhne nicht zu erhöhen.

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