Fr, 21. September 2018

60.000 Vorbesteller

16.01.2017 12:52

Drohnen-Totalausfall Lily: Mega-Klage für Start-up

Die Selfie-Drohne Lily Camera, die 2015 vorgestellt und in einer Crowdfunding-Kampagne von 60.000 Vorbestellern vorfinanziert wurde, wird nie erscheinen. Das mussten die Macher der Selfie-Drohne enttäuschten Vorbestellern mitteilen, nachdem diese 34 Millionen Dollar für die Entwicklung der Drohne vorgestreckt hatten. Die Crowdfunding-Unterstützer wollen das Start-up hinter der Drohne nun verklagen.

Das Start-up Lily Robotics musste seinen Unterstützern einem Bericht des britischen IT-Portals "The Register" zufolge vergangene Woche mitteilen, dass sie die Arbeit an ihrer Drohne abbrechen müssen. Das zuvor eingesammelte Geld hatte für die Entwicklung nicht gereicht, die bereits gesammelten Gelder sollten Unterstützern zurückbezahlt werden, kündigte die Firma an.

War Ankündigungsvideo irreführende Werbung?
Dabei hatte die Lily-Drohne im ersten Ankündigungsvideo 2015 noch so vielversprechend ausgesehen. Mit einem spektakulären YouTube-Clip überzeugte das Start-up damals viele Internetnutzer von seiner Drohne und löste zahlreiche Vorbestellungen aus.

Allerdings gab es die Drohne damals noch gar nicht, was auch der Grund für die Klage ist, die Vorbesteller bei einem Gericht in San Francisco eingebracht haben. Ihr Vorwurf: Lily Robotics habe seine Drohne mit irreführender Reklame beworben. So habe das Unternehmen die Aufnahmen in seinen Werbevideos nicht etwa mit einem fertigen Lily-Prototyp gefilmt, sondern mit fremden Kameras und Drohnen.

Werbevideo wurde nicht mit Lily gedreht
So soll dem Bericht zufolge eine Drohnenszene aus dem Werbevideo mit der Profi-Drohne DJI Inspire gefilmt worden sein, andere Aufnahmen habe man zwar mit Lily-Prototypen gefilmt, allerdings seien diese noch nicht mit einer Kamera ausgestattet gewesen, weshalb man kurzerhand eine GoPro auf die Prototypen geschnallt habe. Überdies soll Lily Robotics einen Teil des von Vorbestellern investierten Geldes als Sicherheit für einen weiteren Millionenkredit verwendet haben.

Gibt das Gericht den Klägern Recht, drohen Lily Robotics 2500 US-Dollar Schadensersatz pro Kläger. Bedenkt man, dass die Drohne von 60.000 Menschen vorbestellt wurde, kann das Gericht über 100 Millionen US-Dollar Schadensersatz über das Start-up verhängen. Ob das geschieht, hängt freilich von der Zahl der Kläger ab.

 krone.at
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