Fr, 19. Oktober 2018

"The Fappening"

28.10.2016 10:25

Nacktfoto-Hacker zu 18 Monaten Haft verurteilt

Urteil im sogenannten Fappening-Skandal um illegal verbreitete Nacktfotos von Prominenten im Internet: Weil er sich illegal Zugang zu mehr als 100 E-Mail-Konten verschafft hat, ist der US-Amerikaner Ryan Collins am Donnerstag im US-Staat Pennsylvania zu 18 Monaten Haft verurteilt worden. Von der Veröffentlichung intimer Fotos und Videos waren 2014 unter anderem Oscar-Preisträgerin Jennifer Lawrence, Schauspielerin Kirsten Dunst und Sängerin Ariana Grande betroffen.

Der 36-Jährige aus dem US-Staat Pennsylvania hatte gestanden, sich zwischen November 2012 und September 2014 über Phishing-Mails Zugang zu Computerdaten verschafft zu haben. Dabei handelte es sich um gefälschte Nachrichten, die angeblich von Apple oder Google stammten, in denen er nach Usernamen und Passwörtern fragte. Antworteten die Opfer, hatte er Zugriff auf ihre Mail-Konten und somit auf Daten wie Fotos und Videos. Bei mindestens 50 iCloud- und 72 Gmail-Konten hatte Collins mit dieser Masche laut Justiz Erfolg.

Lawrence: Nacktfoto- Klau ist "Sex- Verbrechen"
Besonders betroffen von den Nacktfoto-Veröffentlichungen war damals der "Tribute von Panem"-Star Jennifer Lawrence. Die Oscar-Preisträgerin hatte die Aufnahmen für ihren Ex-Freund Nicholas Hoult gemacht, wie sie gegenüber der Zeitschrift "Vanity Fair" offen gestand: "Ich war vier Jahre lang in einer liebevollen, gesunden und großartigen Beziehung. Es war eine Fernbeziehung und entweder dein Freund schaut sich Pornos an oder er schaut auf dich", rechtfertigte sie sich. Die Veröffentlichung der intimen Bilder bezeichnete sie als sexuellen Missbrauch: "Es ist kein Skandal. Es ist ein Sex- Verbrechen. Es ist ein sexueller Verstoß", sagte sie damals.

"Promis leiden immer noch unter Konsequenzen der Tat"
"Wir sehen immer noch, dass Prominente und andere Opfer unter den Konsequenzen dieser Tat leiden. Wir können allen Internetnutzern nur raten, starke Passwörter zu nutzen und skeptisch zu sein, wenn sie auf E-Mails antworten, in denen sie nach persönlichen Informationen gefragt werden", empfahl das FBI.

Collins hatten ursprünglich bis zu fünf Jahre Haft gedroht. Ermittler konnten ihm bislang allerdings nicht nachweisen, dass er die Nacktaufnahmen auch selber veröffentlicht oder mit anderen geteilt hat.

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