Saftige Rechnung kam

Falscher Alarm: Wer zahlt den Feuerwehreinsatz?

Tirol
23.07.2026 06:00

Rauchmelder können irren. Das kommt gar nicht so selten vor. Für Besitzer kann das teuer werden, wie ein Fall in Innsbruck zeigt. Eine Mieterin war geschockt, als ihr eine saftige Rechnung ins Haus flatterte. Was gilt? Feuerwehrinspektor Rene Staudacher klärt auf. 

Eine Innsbruckerin fiel aus allen Wolken, als sie die Rechnung sah. Knapp 500 Euro soll sie für einen Feuerwehreinsatz ohne Notwendigkeit bezahlen. Nur, weil die Rauchmelder in ihrer Mietwohnung offenbar übersensibel sind.

Die Immobiliengesellschaft, der das Gebäude gehört, hatte die an sich wichtige Einrichtung angebracht. Die Anlage ist mit der Leitstelle Tirol verbunden. Vor allem bei größeren Mehrparteienhäusern keine Seltenheit, sind doch im Ernstfall viele Leben in Gefahr. Doch die Geräte waren offenbar noch nicht optimal justiert. Und so kam es, dass beim Kochen der Rauchmelder anschlug und einen Feuerwehreinsatz auslöste.

Zitat Icon

Rauchmelder sind wichtige Sicherheitseinrichtungen. Doch sie können auch Fehlalarmierungen auslösen. Das lässt sich mit Anpassungen aber meist lösen.

Rene Staudacher, Tiroler Feuerwehrinspektor

Was das Gesetz vorschreibt
„So etwas kommt leider immer wieder vor“, kennt Tirols Landes-Feuerwehrinspektor Rene Staudacher ähnliche Fälle. Und er bestätigt, dass Gemeinden unter Umständen die Kosten den Bürgern verrechnen können, wenn es sich nicht um einen Notfall gehandelt hat. So ist es im Gesetz festgeschrieben. In Tirol, so Staudacher, gebe es mittlerweile mehr als 3000 Brandschutzanlagen mit Rauchmeldern, die direkt mit der Leitstelle verbunden sind – der Großteil in Gewerbeimmobilien, Hotels oder öffentlichen Gebäuden wie Schulen. Aber auch Mehrparteienhäuser sind damit ausgestattet.

Rauchmelder müssen richtig platziert, gewartet und eingetellt werden.
Rauchmelder müssen richtig platziert, gewartet und eingetellt werden.(Bild: Uta Rojsek-Wiedergut)

Im heurigen Jahr habe es bisher rund 1900 so genannte Fehl- und Täuschungsalarme gegeben. Ein nennenswerter Anteil geht auf Fälle wie den geschilderten zurück. Doch Staudacher relativiert: „Die Zahl sinkt stetig. Heuer macht das Minus bisher 4,2 Prozent aus.“ Dies sei auf immer bessere Technik und Wartung zurückzuführen. Feuerwehrmann Staudacher rät, Anlagen immer gut zu warten und von Fachleuten einstellen zu lassen: „Wenn sich irgendwo Fehlalarmierungen häufen, dann schauen wir uns das mit allen Beteiligten genau an. Oft reicht eine kleine Anpassung, damit Rauchmelder nicht unnötig Alarm schlagen.“ 

Am Ende wurden die Kosten übernommen
Das ist im Fall der Wohnanlage, in der die Innsbruckerin lebt, mittlerweile auch passiert. Und die Frau hat noch eine gute Nachricht erhalten. Sie muss die Kosten des Feuerwehreinsatzes doch nicht zahlen. Das übernimmt die Immobiliengesellschaft, weil die Mieterin nichts falsch gemacht hat.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Tirol
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung