Aktie bricht ein

Tesla verfehlt Wall-Street-Prognosen haushoch

Wirtschaft
23.07.2026 07:44
Porträt von krone.at
Von krone.at

Tesla hat im vergangenen Quartal die Erwartungen der Wall Street haushoch verfehlt – und das trotz besserer Verkaufszahlen. Die Aktie des Elektroautoherstellers gab merklich nach. Im Gegensatz zu Musks Unternehmen legen chinesische Automarken deutlich zu.

Analysten hatten im Schnitt mit 51 US-Cent gerechnet, Tesla kam jedoch nur auf 33 Cent, wie das Unternehmen am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte. Die Aktie fiel im nachbörslichen US-Handel um mehr als vier Prozent. Der Quartalsumsatz stieg im Jahresvergleich um 26 Prozent auf 28,24 Milliarden Dollar (Knapp 25 Milliarden Euro). Grundlage dafür war ein unerwartet starker Zuwachs bei den Auslieferungen, die im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Viertel stiegen. Unter dem Strich sank der Quartalsgewinn um fünf Prozent auf gut 1,11 Milliarden Dollar. Das dürfte unter anderem eine Folge von Rabatten vor allem im wichtigen Heimatmarkt USA sein.

Verkauf von CO2-Rechten bricht ein
Zudem sanken die Erlöse aus dem Verkauf von CO2-Verschmutzungsrechten auf 146 Millionen Dollar von 439 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. US-Präsident Donald Trump hatte dieses Geschäft durch sein Vorgehen gegen Abgas-Grenzwerte in den USA dezimiert. In den vergangenen Jahren half der Handel mit CO2-Rechten Tesla oft über Durststrecken.

Umstellung auf Roboter und Robotaxis stockt
Elons Musks groß angekündigter Plan, das Unternehmen auf Roboter und selbstfahrende Taxis auszurichten, geht schleppend voran. Die Entwicklung von humanoiden Robotern sei komplexer als gedacht. Tesla versichert zwar, dass die Einführung der fahrerlosen Robotaxis gut laufe. Doch rund ein Jahr nach dem Start gibt es keine offiziellen Angaben zur Größe der Flotte in mehreren US-Städten – oder dazu, wie viele Fahrgäste befördert wurden. Aus Angaben von Tesla ging jedoch hervor, dass die Taxis deutlich weniger Kilometer zurückgelegt haben, als seine Konkurrenz Waymo. Musk hatte zuvor verkündet, den Markt beherrschen zu wollen.

Fusions-Spekulationen von Musks Firmen angeheizt
Spekulationen über einen möglichen Zusammenschluss von Tesla mit seiner Raumfahrtfirma SpaceX schaffte Musk unterdessen nicht wirklich aus der Welt. SpaceX war im Juni an die Börse gegangen. Nach anfänglichen Kursgewinnen notiert die Aktie der Firma inzwischen unter dem Ausgabepreis.

Chinesische Anbieter wie BYD
Chinesische Anbieter wie BYD(Bild: AFP/-)

EU-Automarkt wächst weiter
Während es bei Tesla schleppend läuft, haben Elektro- und Hybridautos den Automarkt in der EU im Juni weiter angetrieben. Insgesamt wuchsen die Pkw-Neuzulassungen im Jahresvergleich um 13,6 Prozent auf fast 1148 Millionen Fahrzeuge. Während der Absatz reiner Verbrennerfahrzeuge sank, legten vollelektrische Batteriefahrzeuge um mehr als 60 Prozent auf 270.557 Exemplare zu. Auch Hybridautos verkauften sich stärker. In Deutschland wuchs der Autoabsatz im Juni etwa um 15,7 Prozent, in Frankreich fiel das Plus mit 11,4 Prozent und in Italien mit 10,6 Prozent niedriger aus.

Chinesische Auto-Anbieter legen zu
Insgesamt wuchsen die Pkw-Neuzulassungen im ersten Halbjahr um 5,7 Prozent auf rund 5897 Millionen Fahrzeuge. Der Marktanteil reiner Batterieautos kletterte auf 20,7 Prozent. Volkswagen blieb EU-weit mit Abstand Marktführer, der Absatz erhöhte sich um 7,3 Prozent. Große Sprünge machen weiter chinesische Anbieter wie Chery, BYD und Leapmotor. Die Marktanteile der chinesischen Anbieter sind in den ersten sechs Monaten mit 2,7 Prozent bei Geely (Volvo, Polestar) sowie jeweils 2,2 Prozent bei SAIC Motor (Marke MG) und BYD noch überschaubar.

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