Minister zu Kronstorf

„Die Ansiedlung von Google ist alternativlos“

Oberösterreich
23.07.2026 07:00

Der US-Konzern Google baut in Kronstorf ein riesiges Rechenzentrum – begleitet von Protesten wegen des großen Strombedarfs und Flächenverbrauchs. Für Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) ist die Ansiedlung „alternativlos“. Er wünscht sich mehr „Ehrlichkeit“, denn: „Jeder von uns verwendet auf dem Handy KI-Applikationen ...“

Seit Wochen wird über das Google-Rechenzentrum im oberösterreichischen Kronstorf gestritten. Wegen der steigenden Nachfrage nach KI-Anwendungen errichtet der US-Konzern derzeit, wie berichtet, in Oberösterreich eine seiner größten Serverfarmen in ganz Europa. Die erste Ausbaustufe ist bereits behördlich genehmigt und in Bau – sie soll 2027 in Betrieb gehen.

Parallel dazu hat Google Unterlagen für einen weiteren Ausbau auf dem 50 Hektar großen Areal eingereicht. Im (noch nicht genehmigten) Endausbau könnte das Rechenzentrum bis zu 4,4 Terawattstunden Strom verbrauchen, rechnete die Netz OÖ zuletzt vor. Zum Vergleich: Ganz Oberösterreich verbrauchte 2025 laut Energiebericht 14 Terawattstunden.

„Da braucht es schon eine Ehrlichkeit“
Nun äußert sich Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) im „Krone“-Gespräch zum Mega-Projekt des US-Konzerns in seinem Heimatbundesland Oberösterreich: „Die Ansiedlung ist alternativlos. Wenn wir den Wohlstand und die Arbeitsplätze halten wollen, müssen wir technologischer Vorreiter sein“ – dafür brauche es Infrastruktur wie die Serverfarm.

Auch wenn das Datenzentrum in Oberösterreich steht, die Rechenleistung gehört freilich allein dem US-Riesen Google. Dem entgegnet Hattmannsdorfer: „Jeder von uns verwendet auf dem Handy KI-Applikationen. Das bedeutet ja alles Rechenleistung. Wir können sagen: Wir machen das Rechenzentrum nicht. Aber dann müssen wir uns auch darauf verständigen, dass wir digitale Anwendungen privat nicht mehr nutzen. Da braucht es schon eine Ehrlichkeit.“

Regierung verhandelt UVP-Novelle
Aktuell verhandelt die Regierung eine Novelle der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Bisher sind Rechenzentren nicht automatisch UVP-pflichtig – SPÖ und Grüne wollen das ändern. Hattmannsdorfer bleibt dazu vage: „Ich werde jetzt keine Einzelfalldiskussion führen. Es geht ausschließlich um die Frage: Wie machen wir die UVP-Verfahren schneller.“

Im Herbst soll die UVP-Novelle fertig sein. Die Bundesregierung hatte bereits zu Jahresbeginn angekündigt, statt bisher zwei Verfahren bei Bund und Land einen „One-Stop-Shop“ für Umweltverträglichkeitsprüfungen einführen zu wollen, damit die Prüfung rascher abgewickelt werden kann. Mit der Diskussion um das Rechenzentrum in Kronstorf haben die Verhandlungen zur UVP nun einen zusätzlichen Aspekt erhalten. Für die Novelle ist eine Zweidrittel-Mehrheit nötig.

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