So, 16. Dezember 2018

Wen wird es treffen?

21.10.2016 14:27

Digitalisierung vernichtet Jobs - und schafft neue

Welche Auswirkungen die Digitalisierung auf die Zukunft der Arbeit hat, beschäftigt zunehmend die Politik. Über den wissenschaftlichen Stand der Dinge haben am Freitag Experten und Parlamentarier bei der Jahreskonferenz des "European Parliamentary Technology Assessment" debattiert. Ob durch Automatisierung mehr Jobs vernichtet oder geschaffen werden, darüber herrscht noch keine Einigkeit.

"Das ist die schwierigste Frage überhaupt, dazu gibt es sehr unterschiedliche Meinungen. Die Meta-Aussage ist: Es gibt noch keinen Konsens und es geht meistens um die Einschätzung der Fristigkeit", sagte Michael Nentwich, Leiter des Instituts für Technikfolgen-Abschätzung der Akademie der Wissenschaften. Während einige "apokalyptische" Szenarien davon ausgehen, dass in einigen Jahrzehnten 100 Prozent der Jobs wegfallen und durch Maschinen ersetzt werden, würden andere "mit auch guten Argumenten" vorerst nur auf sieben bis acht Prozent kommen.

Zu diesem Zeitpunkt ebenso schwierig zu beantworten ist, wer langfristig gewinnt oder verliert. "Die Frage ist, wie man einen Gewinn sieht. Wenn wir als Gesellschaft in ein paar Jahren deutlich weniger arbeiten müssen, dann ist das sicher ein Gewinn", so Nentwich. Daraus resultiere dann aber auch die Ungewissheit, wie das Sozialversicherungs- und Pensionssystem aufrechterhalten werden könne, wenn niemand mehr arbeitet.

Fakt sei, dass nicht nur in offensichtlichen Bereichen wie der Industrie oder in der Mobilität die Automatisierung "ganz massiv im Anmarsch" ist. Auch in der Landwirtschaft laufe schon weit mehr automatisiert als gedacht: "Vor 40, 50 Jahren haben in einer Standardmühle 1000 Leute gearbeitet, heute sind es 70." Zudem würden auch kognitive Fähigkeiten des Menschen bereits von Maschinen übernommen, etwa laufe die Überprüfung der Kreditwürdigkeit in einer Bank heute bereits voll elektronisch. Im medizinischen Bereich könnten bald Arbeitsplätze in der Radiologie wegfallen, weil Computer bildgebende Verfahren bereits besser auswerten.

Von diesem Trend, dass Maschinen Menschen ersetzen, könnten am ehesten noch soziale Tätigkeiten ausgenommen sein, schätzt Nentwich: "Überall dort, wo der menschliche Faktor im Sinne des sozialen Umgangs miteinander ins Spiel kommt, von der Pflege bis zur Gastwirtschaft." Obwohl es Beispiele von Robotern im Gastgewerbe gebe, werde das wohl nicht jeder mögen. Demnach dürfte die Wiener Kaffeehauskultur wohl noch eine Zeit lang aus dem Schneider sein: "Man wird noch gerne bedient werden. Egal wie griesgrämig der Ober ist, es ist ein Mensch."

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Leerer Fanblock
Rapd-Fans warfen Pyro-Gegenstände: A23 gesperrt
Fußball National
Was für ein Heimdebüt!
Wahnsinn! Hasenhüttl-Klub besiegt Arsenal 3:2
Fußball International
Austria gegen Rapid
Derby JETZT LIVE: Wer ist die Nummer eins in Wien?
Fußball National
Grbic-Doppelpack
6:1! Altach schießt Hartberg aus dem Stadion
Fußball International
Er kam, sah und siegte
5:1 und Prevljak-Festspiele! St. Pölten chancenlos
Fußball International
61. Sieg in Alta Badia
2,53 Sekunden vorne! Hirscher deklassiert Ski-Welt
Wintersport
„Plötzlicher Stich“
Nach Gröden-Aus: Bandscheibenvorfall bei Kröll
Wintersport

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.