Mo, 23. Juli 2018

Hackerangriffe

10.10.2016 08:49

Einmischung in US-Wahl laut Russland "Quatsch"

Scharfe Vorwürfe der US-Regierung gegen Russland wegen Hackerangriffen auf politische Institutionen haben das angespannte Verhältnis der beiden Militärmächte weiter belastet. Moskau wies die US-Vorwürfe einer Einflussnahme im US-Präsidentschaftswahlkampf am Samstag als haltlos zurück. Die Anschuldigungen würden nicht durch konkrete Fakten gestützt, sagte Vizeaußenminister Sergej Rjabkow.

Die US-Regierung hatte Russland am Freitag beschuldigt, direkt hinter den Hackerangriffen auf Computersysteme politischer Organisationen und Institutionen zu stecken. Die russische Regierung nehme damit Einfluss auf den laufenden Präsidentschaftswahlkampf in den USA, hieß es in einer vom Heimatschutzministerium und vom Büro des nationalen Geheimdienstdirektors veröffentlichten Erklärung.

Bisherige Enthüllungen durch WikiLeaks und andere Plattformen stünden "im Einklang mit den Methoden und Motivationen Russlands", hieß es in der Erklärung. "Diese Diebstähle und Enthüllungen zielen auf Einmischung in den US-Wahlprozess ab. Wir glauben auf der Basis des Ausmaßes (...) dieser Bestrebungen, dass nur Russlands ranghöchste Beamte diese Aktivitäten genehmigt haben könnten."

Zwar sei es "extrem schwierig" für einen Hacker, einen ganzen Staat, Stimmenauszählungen oder Wahlresultate durch Cybereingriffe zu manipulieren, hieß es weiter. Schließlich sei das Wahlsystem in den USA dezentralisiert, und in Staaten sowie Gemeinden gebe es eine Reihe von Schutzvorkehrungen. Dennoch seien Wahlbeamte auf beiden Ebenen weiterhin dazu aufgerufen, wachsam zu sein.

Russland weist Vorwürfe als "Quatsch" zurück
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bezeichnete die Darstellung der US-Behörden als "Quatsch". Die Website von Russlands Präsident Wladimir Putin werde jeden Tag von Zehntausenden Hackern angegriffen, sagte er nach Angaben der Agentur Interfax. "Viele kann man in die USA zurückverfolgen. Wir beschuldigen doch nicht jedes Mal das Weiße Haus oder Langley (Sitz des Auslandsgeheimdienstes CIA)."

Rückfall in längst vergangen geglaubte Zeiten?
Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier warnte angesichts der zunehmenden Spannungen zwischen Russland und den USA indes vor einem Rückfall in längst vergangen geglaubte Zeiten. "Der Konfliktstoff zwischen Russland und den USA wächst an", sagte er der "Bild"-Zeitung. "Reste an Vertrauen scheinen aufgebraucht. Wenn es so weitergeht, fallen wir zurück in Zeiten der Konfrontation zwischen zwei Großmächten."

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