Digicam-Messe

Die 10 wichtigsten Trends auf der Photokina 2006

Elektronik
21.09.2006 13:12
Kaum ein anderer Sektor auf dem Digital-Weltmarkt ist in den letzten Jahren so explosiv gewachsen wie die Fotografie. Milliarden werden mit Digicams, Bearbeitungssoftware und Fotodruckern umgesetzt – und die User sind noch lange nicht zufrieden gestellt. Auf der weltgrößten Fotomesse, der „Photokina“ in Köln, trifft sich ab 26. September das Who-is-who der Hersteller und bestimmt abseits zahlreicher Produktpräsentationen auch die Trends für die kommende Saison – hier die 10 wichtigsten.

Digitale Spiegelreflexkameras
Die wohl höchste Aufmerksamkeit auf dem Fotomarkt kommt derzeit den Entwicklungen bei den digitalen Spiegelreflexkameras zu Gute. Einerseits weil die bisher dominierenden Hersteller Canon, Nikon und im weiteren Sinne auch Olympus von ernst zu nehmender Konkurrenz aus dem vormals Nicht-Foto-Bereich (Sony, Panasonic, Samsung,...) gefordert werden. Andererseits weil Digital-SLRs auch für blutige Anfänger interessant werden – sowohl preislich als auch in Sachen Handling. 

Automatik-Modi und optische Bildstabilisatoren, die auch wirklich funktionieren, werden zunehmend Realität, Einsteigermodelle sind schon ab 600 Euro erhältlich und da die Fotografie den Einzug ins Privat- und Freizeitleben gehalten hat, wird auch das Interesse der einstigen „Fotomuffel“ immer größer. Fotografieren war auch noch nie so einfach und ohne Folgekosten verbunden wie heute. Der moderne Konsument will daher auch ein Mehr an Funktionen haben. 

Der ambitionierte Amateur will am Objektiv drehen und das Foto machen, nicht machen lassen. Auf dem Sektor der digitalen Spiegelreflex wird sich also mit Sicherheit noch vieles tun: Die Geräte auf der Photokina werden definitiv kleiner und preiswerter als bisher gewohnt sein und das Angebot wird zweifelsohne breiter werden..

Schluss mit dem Megapixel-Wahn
Der Werbe-Schmäh mit den sich überschlagenden Megapixel-Werten wird zunehmend zum alten Hut. Konsumenten haben die Hersteller diesbezüglich schon längst durchschaut, das Argument „viele Megapixel“ wird von den großen Produzenten auch zunehmend seltener erwähnt. Die Größe der Auflösung und die Fläche des Bildsensors werden den Megapixel-Wahn bald als ausschlaggebende Kategorie ablösen. Letztendlich wird für den Konsumenten aber die Qualität der Bilder entscheiden. Was vom Megapixel-Wahn bleibt ist allerhöchstens ein Orientierungswert, eine Grenze, die von einem neuen Modell nicht mehr unterschritten werden sollte. Eine gute Kompaktkamera wird sich nach der Photokina an einem Standardwert von etwa 10 Megapixel messen müssen.

Kompaktkameras mit Stil
Das Schlagwort „Design“ spielt eine immer größere Rolle am Digicam-Sektor. Man erkennt dies an den diversen Retro-Modellen, die gerade stark im Kommen sind und auch an den ultraflachen Handtaschen-Knipsern die gerne auch als Zweit-Kamera (ja, auch das wird früher oder später ein Thema) angepriesen werden. Für die Kundschaft spielt auch die Auswahl der Materialien eine große Rolle, aber auch die Hersteller selbst versuchen sich durch die Verarbeitung von hochwertigen Metallen wie beispielsweise Titanium und auch exquisiten Stoffen wie Leder von der grauen Plastik-Masse abzuheben.

Bildstabilisatoren
Nachdem die so genannten „Anti-Verwacklungs-Programme“ vieler bisweilen auch renommierter Hersteller als simple ISO-Hochschrauberei mit einem Innovationsgrad gleich Null entlarvt wurden, rücken die Produzenten nach und nach die optischen Bildstabilisatoren heraus. Beweglich gelagerte Bildsensoren oder verwacklungsausgleichende Mechanismen in Objektiven werden zukünftig auch am Kompaktsektor vorzufinden sein. Möglich, dass sich dadurch Spiegelreflex-Fotografen um die bisherige Exklusivität dieser Funktion geprellt fühlen, aber gerade im Bereich der Optiken haben die kleinen Digicams noch ordentlich Nachholbedarf.

Bessere Displays statt Sucher
Ein Sucher in einer Digicam wird auf der Photokina kaum mehr zu finden sein. Der Trend geht klar zu immer größere Farbdisplays mit immer höher werdender Auflösung. Auch das Strommanagement spielt hierbei eine Rolle. Akku-Systeme werden kaum weiterentwickelt, vielmehr wird nach stromsparenden Verbrauchern geforscht. Das Echtzeit-Display wird auf der Photokina aber auch Einzug in die Spiegelreflex-Fotografie halten. Hersteller kündigten bereits DSLRs an, bei denen das Motiv vor dem Auslösen auf einem Monitor betrachtet werden kann. 

Fotohandys
Auch die Handyfirmen beanspruchen mittlerweile einen Stand auf der Photokina. Firmen wie Sony Ericsson und Nokia haben sich schon längst das Know-How aus den Forschungsabteilungen diverser Zulieferer geholt und versuchen mit ihren Geräten den Kompaktkameras den Rang abzulaufen. Bisher dümpelten sie noch in Gefilden von maximal 3 Megapixel herum, auf der Photokina kündigen aber vor allem die Hersteller aus Fernost Fotohandys mit mehr als 5 Megapixel und Fotos in Druckqualität an.

Leistbare und verständliche Foto-Software
Fotobearbeitung am PC wird für Anwender, deren Ausrüstung immer tauglicher wird und die sich mit der Zeit automatisch ein gewisses Grundverständnis für Farben und Bildwirkung angeeignet haben, zunehmend relevanter. Darauf müssen auch die Programmierer eingehen. Viele Firmen, die ihre Programme bisher nur auf Profi-Ebene und demnach auch zu Profi-Preisen verkauften, werden auf den Markt der Amateure aufmerksam und brechen ihre teils komplizierten Programme auf ein verständliches Niveau herunter. Was dabei wichtig ist: Man will nicht mehrere Anwendungen für ein und denselben Einsatzzweck kaufen. Die bessere Fotosoftware meistert Bearbeitung, Betrachtung und Archivierung auf einmal und das zu einem leistbaren Preis, den man auch zu zahlen bereit sein kann.

Alternative Speichermedien für Camcorder
Auch Camcorder sind auf der Photokina zu bewundern. Und zwar aus genau jenem Segment, dass gemeinhin als die Consumer-Ecke bezeichnet wird. Auf der Photokina wird sich dieses Jahr alles um alternative Aufzeichnungsmedien drehen. Handliche Camcorder mit Festplatte oder auch die bereits eingeführten DVD-Camcorder die zudem durch doppelschichtige Rohlinge einen weiteren Qualitätschub erfahren. Wenig Neues bis auf Größen- und Preisreduzierung wird’s bei den neuen HD-Camcordern geben. Hier ist man auf die Entwicklungen am Computermarkt angewiesen, der zuerst einmal erschwingliche Bearbeitungs-Lösungen bereitstellen und die Einführung neuer Speichermedien (Blu-ray, HD-DVD) vollziehen muss.

Neue Speicherkarten-Generation 
Auch bei einer der wichtigsten Komponenten einer Digicam-Ausrüstung, der Speicherkarte, gibt es Neuerungen. Auf der Photokina wird ein neues Format vorgestellt. Die brandneuen SDHC-Karten sind kaum größer als eine Briefmarke und schaffen Konstruktionsbedingt ein Fassungsvermögen jenseits der 20 Gigabyte. Auf der Photokina werden schon die ersten 4-GB-Modelle vorgestellt. Damit erreicht auch die Video-Funktion von Kompaktkameras völlig neue Dimensionen, den auf SDHC-Karten mit großem Speicherplatz könnte stundenlang gefilmt werden. 

Fotodruck zu Hause
Ein teurer Spaß ist es auch jetzt noch, das Ausdrucken von Fotos zu Hause. Trotzdem werden die Hersteller auch auf der Photokina nicht locker lassen. Punkten wollen sie beim Konsumenten mit handlichen Druckern, die auch für unterwegs geeignet sind und Ausdrucke weitaus schneller fertigen, als die Druckergenerationen davor. Gerade dieses Segment ist im Wachsen, langfristig räumen Experten dem Daheim-Drucken aber nur dann Chancen ein, wenn die Kosten pro Ausdruck fast auf das Preisniveau einer günstigen Ausarbeitung gesenkt werden können. Qualitätsmäßig können sich die Fotodrucker neben diversen Diskont-Ausarbeitungen aber jetzt schon sehen lassen.

Christoph Andert

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