Starke Zusammenarbeit

Die Steirer sind in China längst heimisch geworden

Steiermark
21.04.2026 06:00

Die steirische Landesregierung bereist aktuell das Riesenreich China und bemüht sich um intensivere wirtschaftliche Kontakte. AT&S, AVL und viele andere Firmen sind in Shanghai vertreten.

„Es ist ganz entscheidend, dass wir in China vor Ort sind“, macht Simon Sebanz, Vizepräsident des steirischen Technologie-Riesen AT&S, keinen Hehl daraus, wie wichtig die beiden Niederlassungen des Leobner Konzerns in China sind. Und damit steht man nicht alleine da: Allein in der Region Shanghai haben sich bereits rund 60 steirische Unternehmen niedergelassen.

Großserien in China, Sonderserien bei uns
Bei AT&S produzieren in Shanghai 3600 Mitarbeiter Leiterplatten und Substrate – dazu kommen noch einmal insgesamt 4400 Mitarbeiter in Chongqing. Zum Vergleich: In Hinterberg arbeiten 530 Mitarbeiter, in Fehring 400. „In China werden sämtliche Großserien produziert, in der Steiermark haben wir uns auf Sonderserien und Neuentwicklungen spezialisiert“, erklärt Sebanz.

Landeschef Mario Kunasek (re.) und Landesrat Willibald Ehrenhöfer bei AT&S
Landeschef Mario Kunasek (re.) und Landesrat Willibald Ehrenhöfer bei AT&S(Bild: Markus Stoimaier)

Mittlerweile brummt das Geschäft auch wieder: „In den letzten zwei, drei Jahren wurden wir schwer gebeutelt“, gibt der gebürtige Leobner zu – ein Mitarbeiterabbau, auch in der Steiermark, war die Folge. „Aber jetzt sind wir wieder voll da. Wir waren unter den Wenigen, die in den letzten Jahren Kapazitäten frei gehabt haben, und das hat sich bezahlt gemacht.“

Eine gute Bus-Stunde weiter, aber noch immer in Shanghai, feilen 300 Mitarbeiter von AVL an der Antriebstechnik der Zukunft. „Seit 2020 haben quasi alle Antriebe, die in China unterwegs sind, hier ihren Ursprung“, ist man bei AVL stolz. Wenn man bedenkt, dass es alleine mehr als 200 chinesische Automarken gibt, ist dies auch durchaus angebracht. Insgesamt beschäftigt der Grazer Konzern im Reich der Mitte 600 Mitarbeiter.

Steiermark und China: Starke Zusammenarbeit
„Man sieht, wie entscheidend es für international tätige Unternehmen ist, hier vertreten zu sein – um eben am Weltmarkt und am chinesischen Markt selbst reüssieren zu können“, sagt Wirtschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer (ÖVP). „Und mit dem Green-Tech-Bereich oder der Medizintechnik gibt‘s durchaus noch Sektoren, wo für unsere Unternehmen nach wie vor viel Potenzial vorhanden ist“, ist er überzeugt.

Ein Blick ins chinesische Magna-Werk
Ein Blick ins chinesische Magna-Werk(Bild: Markus Stoimaier)

Auch in der Nachbarregion Jiangsu gibt’s rund 140 Niederlassungen von österreichischen Unternehmen. Mit einem BIP von stolzen 1791 Milliarden Euro wäre die Provinz unter den 15 größten Volkswirtschaften der Welt. In der Hauptstadt Nanjing leben rund 9,4 Millionen Menschen – knappe zwei Busstunden davon entfernt produziert Magna Steyr in Kooperation mit BAIC Autos der Marke Arcfox. Heuer sollen dort schon 100.000 Fahrzeuge das Werk verlassen. „Der Standort gilt quasi als östliches Pendant zu Graz-Thondorf“, sagt Vizepräsident Erwin Fandl.

Das neue Modell S5 ist in China für 15.000 Euro erhältlich – ein Preis, der bei der weiß-grünen Delegation rund um Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ) und Stellvertreterin Manuela Khom (ÖVP) für ungläubiges Staunen sorgte. Ob Arcfox aber in Zukunft den Sprung nach Europa wagen will, ist offen. Mit Gouverneur Liu Xiaotao hat Kunasek am Montag das Memorandum für eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Jiangsu und der Steiermark erneuert.

Die Reise nach China erfolgt auf Einladung des Landes.

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