05.02.2016 12:21 |

Sexuelle Übergriffe

Kölner Karneval: Frau von Flüchtling vergewaltigt

Trotz verstärkter Polizeipräsenz mit 3200 Sicherheitskräften ist es beim Karnevalsauftakt in der deutschen Stadt Köln zu mehreren sexuellen Übergriffen gekommen. Vor allem der Fall einer 22-jährigen Kölnerin erschütterte die Domstadt. Sie wurde laut Polizeibericht von einem Flüchtling aus Afghanistan niedergeschlagen und vergewaltigt.

Die Tat soll sich laut Informationen der "Bild" gegen drei Uhr auf offener Straße ereignet haben. "Die junge Frau wurde von dem Täter angesprochen. Er zeigte ihr pornografisches Videomaterial auf seinem Handy. Dann schlug er ihr unvermittelt so brutal ins Gesicht, dass sie das Bewusstsein verlor", sagte Polizeisprecher Ralf Remmert.

Verdächtiger in Flüchtlingsunterkunft festgenommen
Als die Frau später aufwachte, habe sie sofort gespürt, dass sich der Schläger auch an ihr vergangen habe. Sie alarmierte die Polizei. Sofort wurde anhand ihrer Angaben eine Fahndung eingeleitet. "Schließlich haben wir in einer Flüchtlingsunterkunft einen 17-Jährigen Tatverdächtigen festgenommen", so der Polizeisprecher weiter.

Journalistin vor laufender Kamera begrapscht
Ein weiterer Fall betraf eine belgische Fernsehreporterin. "Diese Journalistin ist vor laufender Kamera von zwei Männern begrapscht und sexuell belästigt worden. Einer fasste ihr an die Brust, der andere rieb sich an dem Opfer", sagte Kölns leitender Polizeidirektor Michael Temme gegenüber dem "Spiegel". Die TV-Journalistin setzte ihren Beitrag unbeirrt fort, erstattete später Strafanzeige. Der Sender hat das Material inzwischen gelöscht, wollte es dem Zuschauer nicht zumuten. Die Täter sind flüchtig.

"Ruhige Nacht" mit 224 Anzeigen
Insgesamt nahm die Kölner Polizei in der ersten Karnevalsnacht 224 Anzeigen wegen Körperverletzungen, Sachbeschädigungen und sexueller Übergriffe auf. Von den 224 Anzeigen betrafen 22 Sexualdelikte (um 13 mehr als im Vorjahr). Elf Polizisten wurden bei Auseinandersetzungen leicht verletzt. Mit dem erhöhten Alkoholkonsum sei in den Abendstunden auch das Aggressionspotenzial gestiegen, rund 180 Menschen landeten in Polizeigewahrsam. Grotesk: Offiziell sprachen die Kölner Behörden am Freitag von einer "relativ ruhigen Nacht ohne besondere Vorkommnisse".

Aufgrund der erhöhten Terrorgefahr und der schlimmen Ereignisse rund um die Silvesternacht gibt es beim Kölner Karneval so großes Aufgebot an Sicherheitskräften wie noch nie. Gegenüber dem Vorjahr ist das Kontingent verdreifacht worden. "Die Ereignisse zu Silvester dürfen sich auf keinen Fall wiederholen. Andernfalls wäre der Ruf Kölns als Feier- und Ausgeh-Stadt wohl endgültig ruiniert", sagte Kölns Stadtdirektor Guido Kahlen am Donnerstag.

Kinderkarneval nach Drohbrief abgesagt
In der deutschen Ortschaft Herne wurde aus Angst vor einem möglichen Anschlag ein für Sonntag geplanter Kinderkarneval abgesagt. Es sei ein anonymer verdächtiger Brief gefunden worden, teilte die Polizei mit. Nach Angaben eines Bochumer Polizeisprechers seien in einem Umschlag im Briefkasten des Veranstalters Zeitungsberichte über Sternsinger gefunden worden, außerdem seien auf Deutsch und Arabisch Worte wie "Ungläubige" und "Deutschland tötet alle Moslems" auf dem Papier gestanden.

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