Di, 21. Mai 2019
19.01.2016 13:39

Desi hört auf

Treichl-Stürgkh: "Neun Opernbälle sind genug"

"Neun Opernbälle sind genug" - mit diesen Worten hat Organisatorin Desiree Treichl-Stürgkh ihren Rücktritt nach dem Opernball am 4. Februar bekannt gegeben. "Es hat mir sehr großen Spaß gemacht. Ich habe es unentgeltlich gemacht, aber ohne eigentlich zu wissen, wie viel Aufwand es ist", sagte sie. "Jetzt gibt es wichtigere Dinge in meinem Leben: meine Familie und meinen Job als Verlegerin."

Sie habe immer nach dem Motto "Geht nicht, gibt's nicht" gearbeitet und wahnsinnig viel Freude an der Tätigkeit gehabt: "Vor allem hoffe ich, den Gästen und Zusehern der vergangenen acht Bälle ein wenig Freude gemacht zu haben." Die Entscheidung, die Organisationsarbeit zurückzulegen, sei ihr "relativ schwer gefallen", aber schon im Sommer festgestanden, sagte sie. Staatsoperndirektor Dominique Meyer habe davon gewusst.

"Heute habe ich gefunden, es ist ein guter Moment. Ich kann mich heute bei allen bedanken. Jetzt kann ich mich auf den letzten Ball voll konzentrieren", begründete sie den Schritt, ihren Rücktritt bei jener Pressekonferenz bekannt zu geben, bei der eigentlich das Programm des 60. Opernballs, der in gut zwei Wochen stattfindet, im Mittelpunkt stehen hätte sollen. Jedenfalls möchte sie mit der letzten von ihr organisierten Veranstaltung "noch den besten Eindruck hinterlassen": "Ich glaube es wird mein Prunkstück."

Das Zurücklegen ihrer Funktion begründete sie damit, wieder mehr Zeit für ihre Familie haben zu wollen. So habe sie in den vergangenen Jahren nie die Semesterferien mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen verbringen können, auch Weihnachten sei immer stressig gewesen. "Ich habe immer gerne gearbeitet, auch vor dem Opernball." Aber es sei schon ein anderes Arbeiten, weil der Druck so groß sei, weil alles beobachtet und kommentiert werde.

Außerdem will sie sich wieder mehr ihrem eigentlichem Job als Verlegerin widmen: "Ich möchte wieder Projekte machen. Ich möchte auch wieder Geld verdienen. Ich glaube in der Desi Treichl steckt mehr als nur Opernball." Wer ihr nachfolgen wird, steht noch nicht fest: "Egal wer es ist, ich wünsche ihm, ihr nur das Beste, das Tollste. Und man muss seinen eigenen Stil finden."

Staatsoperndirektor Meyer zeigte Verständnis für den Schritt, fand es aber auch schade: "Ich bedaure, dass du es nicht mehr machen willst, ich verstehe es aber auch." Hinter der Ballorganisation stecke viel Einsatz und Arbeit, denn die Vorbereitungen für den nächsten Ball würden bereits am Tag nach dem gerade stattgefundenen Event beginnen.

Aber für Meyer steht fest, dass seine Zusammenarbeit mit Treichl-Stürgkh nicht am 5. Februar enden wird: "Wir haben zusammen ein paar Projekte und ich hoffe, dass wir sie verwirklichen werden." Im Anschluss an die Bekanntgabe gab es für Treichl-Stürgkh Applaus und Standing Ovations von den Teilnehmern der Pressekonferenz.

Video: Weine der Winzer Krems zum 15. Mal am Ball

Video: Desiree Treichl-Stürgkh zeigt ihre schöne Robe

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