Mo, 20. Mai 2019
19.01.2016 08:36

Afrikas Kinderarbeit

Deshalb klebt Blut an unseren Smartphones

In vielen Batterien von Smartphones und Laptops der bekanntesten Hersteller steckt Amnesty International zufolge Kinderarbeit aus dem Kongo. In kleinen Kobaltminen im Süden des Kongos schuften Tausende Minderjährige, manche von ihnen nur sieben Jahre alt, unter prekären Bedingungen und ohne Sicherheitsausrüstung. Viele zögen sich für einen Hungerlohn von ein bis zwei US-Dollar pro Tag unter anderem dauerhafte Lungenschäden zu, wie die Menschenrechtsorganisation am Dienstag in einem neuen Bericht kritisierte.

"Millionen Menschen profitieren von den neuen Technologien, aber sie fragen nicht, wie sie produziert werden", sagte Amnesty-Experte Mark Dummett. "Die glamourösen Läden und das Marketing der neuesten Technologien stehen in starkem Kontrast zu Kindern, die Säcke mit Steinen schleppen, zu Minenarbeitern in mit der Hand geschlagenen Schächten und zu dauerhaften Lungenschäden."

40.000 Kinder in kongolesischen Kobalt-Minen
Das UNO-Kinderhilfswerk schätzte 2014, dass in den Minen im Süden des Kongos, von wo die Hälfte des weltweit geförderten Kobalts stammt, rund 40.000 Minderjährige beschäftigt sind. Das Kobalt, ein wichtiges Mineral für die Produktion von modernen Lithium-Ionen-Batterien, geht von dort Amnesty zufolge über Zwischenhändler, zumeist Chinesen, vor allem an Congo Dongfang Mining, eine Tochter des chinesischen Unternehmens Huayou Cobalt.

Von dort werde das Kobalt an Batterieproduzenten verkauft, ehe es laut Amnesty schließlich bei namhaften Elektronikherstellern wie Apple, Samsung, Dell, HP, LG, Lenovo, Huawei, Microsoft oder Sony, aber auch Autoherstellern wie VW lande. Diese, kritisieren die Menschenrechtler, versäumten es, auszuschließen, dass von Kindern gefördertes Kobalt aus dem Süden des Kongos in ihren Geräte verarbeitet werde. Die Unternehmen wiesen die Anschuldigungen zurück. Huayou Cobalt erklärte, Kinderarbeit bei Zulieferern auszuschließen. Bei dem Besuch von zwei Minen im Jahr 2014 sei keine Kinderarbeit festgestellt worden.

Amnesty fordert effektivere Überwachung
Amnesty forderte die Elektronik- und Autohersteller auf, sicherzustellen, dass in Batterien kein Kobalt verarbeitet wird, das aus Minen mit Kinderarbeit stammt. Die Menschenrechtsorganisation fordert zudem eine effektivere Überwachung der kleinen Minen durch die kongolesischen Behörden, um Mindeststandards in Bezug auf Arbeitsrecht und Sicherheit zu gewährleisten.

Die Regierung in Kinshasa wies die Vorwürfe des Amnesty-Berichts zurück. Diese seien nur eine Finte anderer Kobalt-produzierenden Länder, um ihren Marktanteil auszubauen, erklärte Regierungssprecher Lambert Mende.

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