Knapp 40 Tage ist der neue Bürgermeister in Leobersdorf, Bezirk Baden, nun im Amt. Finanzen und umstrittene Umwidmungen seines Vorgängers stehen derzeit ganz oben auf seiner Agenda.
Knapp 40 Tage ist Harald Sorger nun bereits als neuer Bürgermeister in Leobersdorf, Bezirk Baden, in Amt und Würden. Tage, die für ihn bereits äußerst herausfordernd waren. „Ich versuche momentan, ganz viel zuzuhören, wo die Leute der Schuh drückt – auf der Straße genauso wie hier im Amt“, so Sorger, der mit 19 Jahren Gemeinderat war, aber mit seiner Liste „Leobersdorf JETZT“ erst seit zwei Jahren im Gemeinderat vertreten ist.
Wie versprochen: Finanzen und Umwidmungen werden geprüft
Hauptaufgabe für ihn ist jetzt einmal das, was er vor der Neuwahl zum Bürgermeister bereits versprochen hat: eine unabhängige Prüfung der Finanzen. „Wir nehmen durch unsere Betriebe viel Kommunalsteuer ein, trotzdem ist die laufende Budgetsituation sehr herausfordernd“, so Sorger. „Ich möchte einfach wissen: Was kommt regelmäßig herein, was müssen wir ausgeben und was bleibt tatsächlich übrig? Erst dann können wir entscheiden, was wir uns in den nächsten Jahren leisten können.“ Eine von ihm angestrebte externe Finanzprüfung steht demnächst bevor.
Weiters ganz oben auf seiner Agenda: die umstrittene Flächenwidmung. „Leobersdorf JETZT“ hatte bereits fehlende Verkehrsgutachten und geplante Umwidmungen kritisiert. „Auch das Land NÖ hat in seiner Stellungnahme vom Sommer erhebliche Einwände erhoben. Jetzt müssen wir das Verfahren auf eine saubere Grundlage stellen“, so Sorger.
Viele neue Wohnungen samt Mobilitätskonzept
Neuen Betriebsansiedelungen gegenüber ist Sorger nicht abgeneigt. Aber auch ohne diese wächst Leobersdorf laufend weiter. Demnächst sind rund 300 neue Wohnungen im Bereich Leo Ost geplant, weitere sollen folgen. Wichtig ist ihm ein Mobilitätskonzept. „Die Leute brauchen Parkplätze UND sichere Rad- und Fußwege“, so der Bürgermeister. Für rund 3.000 Einpendler brauche es gute Busverbindungen und sichere Wege.
Ärger über Vandalismus
Sorgen bereiten Sorger derzeit auch einige Jugendliche. Erst kürzlich wurde die historische Kirchhofsmauer mit der Aufschrift „Free Bänke“ beschmiert. „Wir haben die Bänke diesmal früher eingewintert. Zuletzt gab es dort immer wieder Beschwerden über das Verhalten einzelner Jugendlicher. Manche Passanten fühlten sich dadurch verunsichert“, erklärt er. Ob die Schmiererei damit zusammenhängt, ist unklar.
Privatleben? Derzeit eher eingeschränkt
Privatleben gibt’s für den passionierten Marathonläufer und zweifachen Familienvater – er hat zwei Töchter – derzeit wenig. „Aber meine Frau unterstützt mich sehr“, erzählt Sorger. Nach wie vor nehmen sie auch den wöchentlichen Podcast „5 Minuten Leobersdorf“ gemeinsam auf. „Gestern bereits Folge 112“, so Sorger. „Aber Frau Bürgermeisterin will sie nicht genannt werden“, lacht er.
Und er verspricht: „Mir geht es nicht darum, möglichst viele rote Bänder durchzuschneiden. Ich möchte, dass es die Menschen hier im Alltag leichter haben.“ Drei Jahre habe er jetzt dafür Zeit. „Die Aufgaben sind jedenfalls schon da. Jetzt müssen wir noch schauen, was das Börserl dazu sagt“, meint Sorger mit einem Augenzwinkern.
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