Die Wahl ist geschlagen. Nach dem überraschenden Rücktritt von Leobersdorfs Bürgermeister Andreas Ramharter wurde am Donnerstagabend Harald Sorger von der oppositionellen „Liste Leobersdorf JETZT“ zum neuen Ortschef der Marktgemeinde gewählt.
Und das Ergebnis war gar nicht so knapp wie erwartet: Sorger erhielt 15 Stimmen, Ramharters Wunschkandidat Hermann Weiszbart von der „Liste Zukunft Leobersdorf“ (LZL) bekam zwölf der 28 anwesenden Mandatare. Eine Stimme war ungültig.
Wer ist Harald Sorger von „Leobersdorf JETZT“?
Harald Sorger ist bei Weitem kein Unbekannter in Leobersdorf. Der 51-Jährige zog bereits 1995 im Alter von 19 Jahren in den Gemeinderat ein – damals noch bei der „Liste Zukunft Leobersdorf“. Unter Ramharter war er sogar von 2012 bis 2020 Vizebürgermeister.
2020 kehrte er der Politik den Rücken. „Aus persönlichen Gründen“, wie er damals angab. Erst im Oktober 2024 gründete er die „Liste Leobersdorf JETZT“, die bei den Gemeinderatswahlen 2025 auf Anhieb elf Mandate erlangte.
Sorger ist PR-Berater, Liegenschaftsverwalter, verheiratet und Vater von zwei Töchtern. Neben seiner Reiselust – er ist großer Schottlandfan – ist er auch noch leidenschaftlicher Marathonläufer.
Wahlausgang war spannend bis zum Schluss
Die Wahl war deshalb so spannend, weil beide Parteien der Kandidaten über jeweils elf Stimmen im Gemeinderat verfügen. Ausschlaggebend hierfür waren nun die sieben übrigen Stimmen von SPÖ (3), FPÖ (3) und ÖVP (1). ÖVP-Mandatar Peter Bosetzky gab jedoch schon vor der Wahl bekannt, dass er seine Stimme Sorger geben werde.
Sorger nahm das Ergebnis mit großer Demut entgegen. „Ich weiß, ich werde Fehler machen, aber ich werde ein Bürgermeister für alle sein“, verspricht er sichtlich gerührt.
Ramharter hatte sein Amt als Bürgermeister nach 14 Jahren mit 23. September zurückgelegt – mit der Begründung, er wolle sich verstärkt seiner Familie widmen. In den letzten Jahren war er wegen diverser Grundstücksdeals immer wieder in Kritik geraten.
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