Jahrhundertelang bot sie den Leobersdorfern Schutz vor Feinden, nun braucht sie selbst Hilfe: Unbekannte beschmierten die denkmalgeschützte Kirchhofmauer bei der Pfarrkirche St. Martin. Die Gemeinde ist entsetzt, hat Anzeige erstattet und hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung.
Ein Stück Geschichte, das Generationen überdauert hat, wurde zum Opfer sinnloser Schmierereien. Zwischen 31. Oktober und 2. November machten sich bislang unbekannte Vandalen an der historischen Kirchhofmauer in Leobersdorf, Bezirk Baden, zu schaffen. Die Mauer zwischen Volksschule und Pfarrkirche St. Martin wurde mit Schriftzügen verunstaltet. Die Gemeinde hat bereits Anzeige erstattet und setzt nun auf die Mithilfe der Bevölkerung.
Täter gesucht – Belohnung für Hinweise
Die Gemeinde bittet daher um Unterstützung: Wer zwischen 31. Oktober und 2. November im Bereich der Pfarrkirche verdächtige Beobachtungen gemacht hat oder Hinweise auf die Täter geben kann, wird gebeten, sich unter verwaltung@leobersdorf.at zu melden. Für Hinweise, die zur Ausforschung der Verantwortlichen führen, wurde eine Belohnung ausgelobt.
Historische Mauer bot Schutz vor Angreifern
Die denkmalgeschützte Anlage ist ein Überrest der ehemaligen Befestigung rund um die Pfarrkirche, deren Ursprünge vermutlich bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen. Rund vier Meter hoch, mit Zinnen und Schießscharten ausgestattet, sollte die Wehrmauer einst feindliche Angriffe abwehren. Besonders dramatisch waren die Ereignisse beim Türkeneinfall 1683: Damals bot die Kirche den Menschen Zuflucht und Schutz. Bis 1820 befand sich zudem der Leobersdorfer Friedhof rund um das Gotteshaus.
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