Österreich hebt zu wenig Maut ein und lässt 450 Millionen Euro „auf der Straße liegen“, meint die Arbeiterkammer und plädiert für höhere Tarife. Das soll kaum Auswirkungen auf die Wirtschaft und auf Verbraucherpreise haben, sagt AK-Präsidentin Renate Anderl in Tirol.
Der Transitverkehr auf der Brennerautobahn, die vielen Lkw, die im Donaukorridor von Ost nach West donnern, die Pyhrnautobahn südlich von Graz und die Südosttangente: „Das hat Auswirkungen auf Anrainerinnen und Anrainer, auf das Klima und die Umwelt vor Ort“, sagt Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl bei einer Pressekonferenz in Tirol. Wenn es nach ihr geht, soll sich das ändern: Die AK bringt das Dauerthema Lkw-Maut wieder aufs Tapet und setzt sich für höhere Tarife ein.
„450 Millionen Euro lassen wir auf den Straßen liegen – das ist in Zeiten knapper Budgets nicht zu verstehen“, sagt Anderl.
Bedeutet höhere Maut nicht höhere Preise? Nein, sagt Anderl und beruft sich auf eine Studie, die die Kammer beim Österreichischen Institut für Raumplanung in Auftrag gegeben hat. 68% der Mauteinnahmen kommen von Lkw mit nicht-österreichischen Kennzeichen. „In Deutschland hat eine Lkw-Mauterhöhung von rund 80 Prozent Ende 2023 die Preise nicht verändert“, sagt Studienautorin Stephanie Kirchmayr-Novak. Mit 20 Prozent höherer Lkw-Maut würden die Nahrungsmittelpreise um 0,05% steigen, sagt sie – also um 5 Cent je 100 Euro. „Eine höhere Maut kann höhere Einnahmen erwirken, während die Wirkung auf Nahrungsmittelpreise gering ist.“
„Die Maut wird nicht auf die Endverbraucher abgewetzt, sondern betrifft vor allem ausländische Spediteure“, sagt Anderl. „Wir lassen sie zu billig durch unser Land. Das habe auch eine soziale Komponente und „wird nicht der Niedergang der Wirtschaft sein“.
Die Arbeiterkammer fordert zudem „Geld und Maßnahmen“, um den Güterverkehr auf die Schiene zu verlegen, und Sanitär- und Sozialräume an den Autobahnen für Lkw-Lenker.
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