Nach dem Aus des Ardo-Tiefkühlwerks im Marchfeld (Niederösterreich) läuft ein Wettlauf gegen die Zeit. Landesvize Stephan Pernkopf kämpft um die Ernte in der Region und um die heimische Tiefkühlproduktion.
Für Österreichs Gemüsebauern steht viel auf dem Spiel! Mit der endgültigen Schließung des Ardo-Werks in Groß-Enzersdorf droht eine wichtige Verarbeitungsstätte für heimische Ernten wegzubrechen. Der belgische Konzern hält an seinem Aus fest und will nicht einmal die Maschinen an heimische Investoren abgeben. Damit wächst der Druck, rasch neue Lösungen zu finden. Denn was heute noch auf den Feldern wächst, könnte schon bald keinen heimischen Abnehmer mehr haben.
Landesvize mobilisiert jetzt alle Verbündeten
Landesvize Stephan Pernkopf treibt die Gespräche mit Wirtschaft, Landwirtschaft und Handel voran. Sein Ziel: „Möglichst viel Gemüse-Produktion im Marchfeld sichern und möglichst viele heimische Gemüseprodukte im Handel halten.“
Die Suche nach einem Ausweg läuft auf mehreren Schienen. Bestehende Verarbeitungslinien könnten ausgebaut, neue Kapazitäten geschaffen und zusätzliche Kulturen im fruchtbaren Marchfeld etabliert werden. Bund und Land wollen mögliche Investitionen mit Förderungen unterstützen. Auch mit heimischen Produzenten und Ökopionieren wie Waldland gibt es vielversprechende Gespräche.
Bauern brauchen rasch Klarheit für den Anbau
Für die Landwirte drängt allerdings die Zeit. Sie müssen ihre Anbauplanung für die kommenden Monate festlegen und brauchen verlässliche Abnehmer für ihre Ernte. „Sie brauchen jetzt rasch Klarheit, welche Kulturen sie anbauen können“, mahnt Lorenz Mayr, Vizepräsident der NÖ-Landwirtschaftskammer.
Besonders den Lebensmittelhandel sieht Mayr jetzt in der Verantwortung. Denn ob österreichisches Gemüse künftig weiterhin in den Tiefkühlregalen liegt, hängt auch von den Einkaufsentscheidungen der großen Ketten ab. „Es wird sich zeigen, wie der Handel zur Österreich-Treue steht“, appelliert er.
Kampf um die heimische Wertschöpfung
Es geht um weit mehr als den Verlust eines Betriebsstandortes. Mit dem Ardo-Aus stehen gewachsene Lieferbeziehungen, landwirtschaftliche Strukturen und regionale Wertschöpfung auf dem Spiel. Ein Ersatz für die weggefallenen Verarbeitungskapazitäten muss erst geschaffen werden.
Pernkopf setzt deshalb auf einen Schulterschluss aller Beteiligten: „Wir arbeiten aus Liebe zum Land an einer konstruktiven Lösung!“
Kundgebung vor Ort am Montag
Gleichzeitig rufen nun Betroffene auf, am kommenden Montag ab 8 Uhr vor dem Ardo-Werk gemeinsam ein Zeichen zu setzen. Arbeiter, Landwirte und Konsumenten treffen sich an der Marchfeldstraße 2 zu einer großen Protest- und Solidaritätskundgebung.
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