Abstand halten!

Extrem seltener Vogel in Vorarlberg gesichtet

Vorarlberg
05.11.2026 12:35
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Er gehört einer der seltensten Vogelrassen weltweit an und ist gerade in der Vorarlberger Gemeinde Schlins zwischengelandet: der Waldrapp „Mwogli“. Er hat ein ganz besonderes Erscheinungsbild – und ist daher auch für Vogel-Unkundige leicht zu erkennen.   

Schwarzes Gefieder, kahler, rotgefärbter Schädel und ein säbelartiger Schnabel: Einen Schönheitspreis gewinnt der Waldrapp wohl kaum, doch Biologen freuen sich trotzdem, dass ein Exemplar der seltenen Vogelart nun in Schlins zwischengelandet ist. Er hat seine Reise gen Süden aus Überlingen am Bodensee (Deutschland) angetreten und sich offenbar von seiner Gruppe abgesondert. 

Im 17. Jahrhundert aus Europa verschwunden
Der Waldrapp gehört zur Familie der Ibisse und ist etwa so groß wie eine Gans. Sein schwarzes Gefieder schimmert in der Sonne grün und violett, am Hinterkopf trägt er einen struppigen Federschopf. Mit dem Schnabel stochert er im Boden nach Würmern, Käferlarven und Insekten. Frisch gemähte Wiesen und Weiden sind deshalb sein liebster Futterplatz. Früher brütete er auch in Österreich, Deutschland und der Schweiz an Felswänden und Burgmauern. Weil er stark bejagt wurde, verschwand er aber schon im 17. Jahrhundert aus Europa, das letzte natürlich sesshafte Vorkommen liegt in Marokko. 

Auf der Suche nach Futter: Waldrapp „Mwogli“.
Auf der Suche nach Futter: Waldrapp „Mwogli“.(Bild: Reinhold Amann)

Arbeit an einem Combeack
Seit 2002 arbeitet das Waldrappteam mit Partnern aus mehreren Ländern daran, den Vogel nach Europa zurückzubringen. Junge Waldrappe werden von menschlichen „Ziehmüttern“ aufgezogen. Danach folgen sie ihnen hinter einem Ultraleichtflugzeug ins Winterquartier. Lange ging diese Reise in die Toskana, inzwischen auch nach Andalusien. Haben die Vögel die Route einmal gelernt, finden sie den Weg danach selbst. Heute gibt es wieder Brutkolonien in Überlingen, im bayerischen Burghausen und in Kuchl in Salzburg. Die Tiere tragen einen GPS-Sender, sodass das Team ihre Reise genau mitverfolgen kann, auch den Abstecher nach Schlins. Die größten Gefahren für die Waldrappe sind übrigens Wilderei und ungesicherte Strommasten. Auch in Waidhofen an der Thaya in Niederösterreich leben einige Tiere – allerdings eingezäunt. 

Wer einem Waldrapp begegnet, sollte Abstand halten und das Tier weder verscheuchen noch füttern. Hunde sollten umgehend angeleint werden. In der Gemeinde Schlins wird davon ausgegangen, dass „Mwogli“ seine Reise in den Süden bald fortsetzen wird. Denkbar wäre auch, dass er Schlins künftig fix auf seiner Route einplant. 

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

2° / 8°
Symbol wolkig
0° / 10°
Symbol wolkenlos
1° / 8°
Symbol wolkig
-1° / 8°
Symbol wolkig

krone.tv

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung