Der oberösterreichische Faserhersteller Lenzing hat in den ersten neun Monaten 2026 einen Umsatzrückgang von 1,972 auf 1,926 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das Ergebnis nach Steuern lag bei minus 130 Millionen Euro, nach minus 105 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Durch die neue Unternehmensstrategie sieht man sich aber jetzt im Aufwind.
Faserhersteller Lenzing aus Oberösterreich ist nach vier Verlustjahren auch heuer nach wie vor defizitär, aber die Entwicklung des dritten Quartals macht Hoffnung auf Besserung – so könnte man die am Donnerstag veröffentlichte Geschäftsbilanz über die ersten neun Monate 2026 zusammenfassen.
In Zahlen ausgedrückt: Der Umsatz sank in den ersten drei Quartalen von 1,972 auf 1,926 Milliarden Euro. „Ausschlaggebend waren insbesondere geringere Verkaufsmengen infolge des gezielten Zurückfahrens der Produktion“, heißt es dazu von der Lenzing. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen ging ebenfalls zurück, von 340 auf 316 Millionen Euro. Und der Verlust wurde größer: Nach minus 105 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum schrieb die Lenzing heuer in den ersten drei Quartalen 130 Millionen Euro Verlust.
Aufwärtstrend im dritten Quartal
Wenn man allein das dritte Quartal betrachtet, ging es nach Firmenangaben hingegen merklich aufwärts. „Die stabile Ergebnisentwicklung und die verbesserte Marge zeigen, dass unsere Maßnahmen Wirkung entfalten“, sagt Lenzing-CEO Georg Kasperkovitz. So erhöhte sich die bereinigte Gewinn-Marge (EBITDA-Marge) im drittel Quartal von 13,3 Prozent auf 17,3 Prozent. „Die Margenentwicklung verdeutlicht die zunehmende operative Ertragskraft und bestätigt die Wirksamkeit der umgesetzten Profitabilitätsmaßnahmen“, heißt es vom Unternehmen.
Neue Strategie
Die Lenzing hatte sich nach den Verlustjahren heuer im Sommer, wie berichtet, eine neue Strategie verpasst. Der Leitbetrieb will das Vliesstoffgeschäft ausbauen und im Textilbereich auf Premium- und Spezialfasern fokussieren, die ertragreicher als Standardfasern sind. Mit dem Strategiewechsel gehen auch harte Einschnitte einher: So wird etwa im Frühling 2027 das Werk im burgenländischen Heiligenkreuz mit 285 Mitarbeitern geschlossen. Bis Ende 2027 sollen weltweit insgesamt 2000 Jobs abgebaut werden. Mit Stichtag Ende September hatte die Lenzing noch 7374 Mitarbeiter, nach 7738 zum selben Zeitpunkt im Vorjahr.
Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 wird ein bereinigtes Betriebsergebnis vor Abschreibungen über dem Vorjahresniveau, zwischen 430 und 460 Millionen Euro erwartet. Mittelfristig verfolgt die Lenzing weiterhin das Ziel, wieder Umsatzwachstum zu erzielen und eine Gewinn-Marge (EBITDA-Marge) von 20 bis 25 Prozent zu erreichen.
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