59.000 Tonnen Reifen

Experte zerlegt Bescheid für Deponie-Zuschüttung

Oberösterreich
02.09.2026 12:00

Einmal mehr protestierten die Ohlsdorfer lautstark und in großer Gruppe gegen die Zuschüttung des Altreifenlagers in ihrer Spitze. An der Spitze stand Geologe Gerhard Forstinger. Er kritisiert die Behörde scharf für die Genehmigung des Projekts.

Die Proteste gegen die Genehmigung zur Zuschüttung von 59.000 Tonnen Altreifen in Ohlsdorf reißen nicht ab. Während eines Fernsehdrehs versammelten sich spontan rund 100 Bürger, um ihren Unmut kundzutun. An oberster Front stand der Ohlsdorfer Geologe und Ingenieurkonsulent Gerhard Forstinger. Er zerpflückte das Projekt: „Es ist ein Wahnsinn, dass die Behörde so etwas genehmigt. Wie kann ein Monitoring eine Umweltkatastrophe verhindern? Es kann maximal die Verunreinigung feststellen. Wobei gar nicht klar ist, was in den zehn Jahren gemessen werden soll.“

In Ohlsdorf sollen rund 59.000 Tonnen Altreifen zugeschüttet werden. Gegen den Bescheid geht die ...
In Ohlsdorf sollen rund 59.000 Tonnen Altreifen zugeschüttet werden. Gegen den Bescheid geht die Gemeinde rechtlich vor.(Bild: Wolfgang Spitzbart)

6000 Trinkwasserbezieher im Umkreis
Forstinger kritisiert, dass die Behörden die extrem hohe Geschwindigkeit der Grundwasserströmung nicht berücksichtigt hätten. Diese liege bei 25 bis 30 Meter pro Tag, in anderen Gebieten würde sich die Fließgeschwindigkeit bei drei bis vier Metern bewegen.

Das Zuschütten der Reifen sei der völlig falsche Weg, um rund 6000 Trinkwasserbezieher zu schützen. „Es gibt nur zwei Möglichkeiten, um die Gefahr zu verhindern. Es könnte eine Dichtwand errichtet werden. Das ist allerdings sehr aufwändig. Der normalste und einfachste Weg wäre, den Dreck wegzuräumen, von dem die Gefahr ausgeht. Konkret bedeutet das die vollständige Räumung der Deponie, mit der in der Vergangenheit viel Geld gemacht wurde. Das hätten die Behörden wissen müssen.“

Gemeinde zog vor Gericht
Wie berichtet, lehnt auch die Gemeinde Ohlsdorf den Bescheid der Direktion Umwelt- und Wasserwirtschaft des Landes ab. Sie legte beim Landesverwaltungsgericht Beschwerde ein. Bürgermeisterin Ines Mirlacher (SP) sieht darin die einzige Möglichkeit, die Zuschüttung der Reifen zu verhindern. 

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