In Ohlsdorf muss eine Reifenverwertungs-Firma eine Deponie nicht räumen, sondern darf sie zuschütten. Das sorgt für Unmut, weil es in der Nähe vor Jahren eine massive Wasserverunreinigung durch eine Baurestmassendeponie gab.
Eigentlich hätte am Dienstagm, 14. Juli, eine Info-Veranstaltung zur Altreifendeponie in Ohlsdorf stattfinden sollen. „Wir haben die Bürgermeisterin über die Absage informiert“, erklärt Joachim Ebner, Geschäftsführer der Firma ERG (Energetische Reifenverwertungs GmbH). „Ausschlaggebend sind diverse Plakate von einschlägigen Parteien“, so der Firmenchef weiter. Damit dürften wohl die Grünen gemeint sein, die die provokante Frage stellen: „Zuschütten statt räumen?“
Lager besteht seit 50 Jahren
„Wir hätten auch noch andere Fragen gehabt. Schade, dass es dazu nicht gekommen ist“, meint Grünen-Gemeindevorstand Josef Hackmair.Altreifen wurde zunächst zur zwischengelagertWorum geht es? Vor rund 50 Jahren wurden in einer aufgelassenen Schottergrube Reifen zunächst zwischengelagert, bevor sie im Zementwerk in Gmunden verbrannt wurden. Im Laufe der Zeit wuchsen die Reifenberge und türmten sich in drei Zwischenlagern hoch.
Brand im Jahr 2000
Nach einem Brand im Jahr 2000 war im wahrsten Sinne des Wortes Feuer am Dach. Brandschutzexperten hatten schon länger davor gewarnt, dass sich die Gummiteile in großer Tiefe durch Druck und Gewicht selbst entzünden können. Die Rufe nach einer Räumung wurde immer lauter – gänzlich erfolgt ist sie bis heute nicht.
Trinkwasser-Probleme
Geschätzt wird, dass noch immer 59.000 Tonnen Reifen übrig geblieben sind. Zuletzt fand im Juni eine mündliche Verhandlung statt. „Die Gemeinde hat sich für die Räumung ausgesprochen. Dies unter dem Gesichtspunkt, dass sich die Deponie im gleichen Grundwasserstrom befindet wie die Baurestmassendeponie, die zur massiven Beeinträchtigung des Trinkwassers geführt hat. Sämtliche Sachverständige und Gutachter haben keine Bedenken bezüglich einer Überschüttung. Damit wird das Problem einfach an künftige Generationen weitergegeben“, ärgert sich Grünen-Politiker Hackmair. Firmenchef Ebner kontert: „Das Projekt ist von Bund und Land genehmigt. Das ist für mich in einem Rechtsstaat ausschlaggebend.“
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