„Nicht zu fassen, wie viel Unsinn durchs Netz ins Haus kommt!“ Keine große Erkenntnis, doch Lucky Luke bringt sie gehörig aus der Fassung. Zu seinem 80er reitet er durch einen Wilden Westen, der unangenehme Parallelen zu unserer Gegenwart zeigt. Dort bekommt er es mit „Social Media“, Verschwörungstheoretikern und religiösen Fanatikern zu tun – und mit machthungrigen Populisten, die daraus Kapital schlagen.
Genau von denen wird Lucky Luke im Jubiläumsband zum Heiligen wider Willen gekürt. Dass er eine Heuschreckenplage und eine Pandemie bekämpft, lässt seinen Heiligenschein noch heller strahlen.
Die Flucht vor der kultischen Verehrung missglückt. Zwar kann der „Lonesome Cowboy“ immer noch schneller schießen als sein Schatten. Aber das Telegrafennetz ist noch schneller als er – stets einen Schritt voraus verbreitet es eilig Fake News über ihn. Und bald grassiert der Lukismus im weiten, wilden Westen.
In einem Telegram heißt es übrigens kryptisch: „HEUBLIØRBUSKK3COVFEFE“. Die Anspielung auf Trump und seinen legendären, Tweet „Covfefe“ ist nicht zu übersehen. Dass der Band gestern, am Tag der Midterms, erschien, wird ebenfalls kein Zufall gewesen sein. Mal sehen, wen das Wahlergebnis heute aus der Fassung bringt.
Der Heilige Lucky bewahrt seine am Ende doch, entkommt dem Netz aus Unsinn – und hofft, dass sich in Zukunft niemand mehr für „so einen Humbug“ interessieren wird. Was für ein frommer Wunsch. Heiliger Lucky, bitte für uns!
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