Millionen versenkt

Luxusreisen statt Pools: Firmenchef verhaftet

Österreich
04.11.2026 05:45

Trotz Bewährung nach einer rechtskräftigen Verurteilung wegen einer Millionenpleite soll ein bekannter Schwimmbadbauer aus Niederösterreich weitere Opfer abkassiert haben. Statt Pools aus Polen zu liefern, soll er mit dem Geld Luxusreisen samt VIP-Service finanziert haben. Jetzt klickten die Handschellen.

Im „Land der Pools“ liefen besonders während Corona die Geschäfte prächtig. Mindestens 200.000 private Schwimmbecken gibt es laut heimischer Wirtschaftskammer vom Bodensee bis Neusiedler See. Doch die Goldgräberstimmung ist vorbei, die Zeiten geschäftlich härter.

Ein Schwimmbadbauer aus Niederösterreich soll sogar – wie berichtet – auf die schiefe Bahn geraten sein. Er ging mit seinem Poolhandel in Konkurs und hinterließ zwei Millionen Euro Schulden bzw. Forderungen von rund 70 Gläubigern.

Da bei der Pleite mutmaßlich nicht alles mit rechten Dingen zuging bzw. er Vermögenswerte in der Insolvenz verborgen haben soll, wurde der Geschäftsmann im Landesgericht Wiener Neustadt wegen betrügerischer Krida rechtskräftig zu einem Jahr bedingter Haftstrafe verurteilt.

Trotz Bewährung weitere Opfer mit „Phantom-Pools“ abkassiert
Er blieb also auf Bewährung weiter auf freiem Fuß – doch trotz des Schuldspruchs dürfte der Verdächtige mit seinem dubiosen „Geschäftsmodell“ weitergemacht haben. Mittlerweile erstatteten bereits mindestens 20 weitere Opfer Anzeige. Sie hätten die aufgeschwatzten „Phantom-Pools“ aus Polen, die aber nicht einmal in Osteuropa bestellt worden sind, nie geliefert bekommen.

Zudem drehte der Schwimmbadbauer einem Kärntner Hotelier den berüchtigten Wiener Gürtel-Pool an. Freilich komplett schadhaft. Nach Ermittlungen der Betrugsgruppe des Landeskriminalamtes Niederösterreich im Auftrag der Justiz soll der Anfang 50-Jährige gemeinsam mit seiner Ehefrau (für beide gilt natürlich die Unschuldsvermutung) zwei vom Masseverwalter versteckte Konten für die Vorauszahlungen der geschädigten Kunden verwendet haben.

Luxusreisen, versteckte Konten – jetzt drohen bis zu zehn Jahre Haft
Mit dem Geld sollen unter anderem mehrere Luxusreisen, auch in die Emirate-Glitzermetropole Dubai samt VIP-Service am Wiener Flughafen, finanziert worden sein. Der neue Schaden wird mit mehr als 300.000 Euro beziffert.

Jetzt reichte es der Staatsanwaltschaft Korneuburg auch wegen offensichtlicher Tatbegehungsgefahr: Festnahme-Anordnung! Der Poolbauer wurde verhaftet und in die Justizanstalt eingeliefert. Ihm drohen nun wegen Verdacht des schweren gewerbsmäßigen Betrugs bis zu zehn Jahre Haft. Auch seiner Ehefrau könnte als mutmaßlicher Mittäterin der Prozess gemacht werden ...

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