Was für eine Abrechnung! Millionen Amerikaner haben Donald Trump einen historischen Denkzettel verpasst. Die Demokraten feiern einen Erdrutschsieg, holen beide Kammern im Kongress. Selbst in tiefroten Staaten bekamen die Republikaner eine saftige Rechnung präsentiert.
Texas, Kansas, South Carolina, North Carolina, Georgia! Diese Trump-Hochburgen wurden in der Nacht auf Mittwoch eingerissen.
Zur Einordnung: Nach 94 Jahren haben die Demokraten erstmals eine Senatswahl im Staat Kansas gewonnen. Adam Hamilton setzte sich durch. Der 62-jährige methodistische Pastor siegte gegen den von Präsident Trump unterstützten Republikaner Roger Marshall durch.
Historische Wahlerfolge der Demokraten
Zuletzt war im Jahr 1932 ein Demokrat in die kleinere US-Parlamentskammer gewählt worden. Das Rennen war vor den Zwischenwahlen als sichere Angelegenheit für die Republikaner eingestuft worden. Trump hatte den Bundesstaat 2024 mit mehr als 16 Prozentpunkten Vorsprung für sich entschieden.
Die Abstände sind teilweise enorm, wie ein Blick nach Texas zeigt. James Talarico führte nach rund zwei Dritteln der ausgezählten Stimmen mit fast 60 Prozent vor dem Republikaner und Trump-Vertrauten Ken Paxton. Es ist das erste Mal seit fast vier Jahrzehnten, dass die Demokraten eine Wahl in Texas gewinnen. Trumps Umfeld – allen voran Elon Musk – flutete zuletzt die Wahlkämpfe im Süden mit Hunderten Millionen Dollar, um die republikanischen Bollwerke zu halten. Vergebens!
Kurzum: Im US-Kongress werden ab Jänner die Demokraten das Sagen haben. Die Oppositionspartei hat bei der Zwischenwahl eine Mehrheit sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat erobert, berichteten US-Medien am späten Abend (Ortszeit) übereinstimmend. Bisher hatten in beiden Kammern die Republikaner von US-Präsident Trump die Mehrheit.
Mike Johnson, der republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses, zeigt sich „enttäuscht“ über die Ergebnisse seiner Partei. Trump erklärte, dass die Republikaner einen „ERDRUTSCHSIEG“ eingefahren hätten, wäre er selbst auf dem Stimmzettel gestanden. Gleichzeit kündigte er gegenüber der „New York Times“ an, die Niederlage akzeptieren zu wollen.
„Wir werden mit den Demokraten zusammenarbeiten und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit ihnen“, sagte Trump in einem Telefongespräch mit der Zeitung. „Wir werden uns wahrscheinlich einigen“, erklärte er weiter.
US-Präsident Trump hatte sich noch am Tag der US-Parlamentswahlen siegessicher gezeigt. „Ich glaube, dass die Ergebnisse besser sein werden, als man denkt“, sagte er dem Sender Fox News. Trump hat mit desaströsen Beliebtheitswerten zu kämpfen. Viele seiner Wähler hat er mit dem Iran-Krieg und den hohen Benzinpreisen vor den Kopf gestoßen. Laut des Preisvergleichsdiensts GasBuddy waren die Kraftstoffpreise am Dienstag so hoch wie noch nie an einem Wahltag.
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