Siedeln nach Villach

Weichen gestellt: 34 Grazer Zuglenker müssen gehen

Steiermark
04.11.2026 05:50

Mit Mitte November wird die Fahrdienstleitung am Grazer Bahnhof geschlossen. 34 Stellen wandern nach Villach ab. Damit geht ein altes Berufsbild verloren – Züge werden ausschließlich zentral gesteuert.

Der Beschluss wurde schon Anfang der 2000er gefasst: Die Fahrdienstleitung der ÖBB soll in fünf Zentralen gebündelt werden. Soll heißen: Zuglenker wird es nicht mehr an jedem einzelnen Bahnhof geben – stattdessen sollen große Teams von Wien, Linz, Salzburg, Innsbruck und Villach aus den Verkehr steuern, den Verschub koordinieren und Störungen beheben.

Ein steirischer Standort fehlt auf der neuen Landkarte. Und das trotz Aufwertung des Grazer Bahnhofs durch die Koralmbahn. In den letzten Jahren wurden entsprechend der Strategie bereits über 100 steirische Arbeitsplätze nach Villach verlagert. Jetzt trifft es 34 Stellen in Graz.

Der Bahnhof Graz wird bald von Villach aus geregelt.
Der Bahnhof Graz wird bald von Villach aus geregelt.(Bild: Jürgen Fuchs)

Von den ÖBB heißt es: „Die Einbindung steirischer Betriebsstellen in die Betriebsführungszentrale Villach erfolgt bereits schrittweise seit 2015. 29 Bahnhöfe und zahlreiche weitere Haltestellen, darunter Bruck an der Mur, Leoben, Flughafen Graz-Feldkirchen, Graz Don Bosco, St. Michael, Knittelfeld und Zeltweg, werden bereits von der Betriebsführungszentrale Villach gesteuert. Die Einbindung von Graz erfolgt planmäßig Mitte November 2026.“

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29 Bahnhöfe und zahlreiche weitere Haltestellen werden bereits von der Betriebsführungszentrale Villach gesteuert.

Österreichische Bundesbahnen

Begründet wird die Entscheidung mit gestiegenen Auslastungszahlen und neuen „Anforderungen an Pünktlichkeit und Verfügbarkeit“. Weichen werden ohnehin längst nicht mehr manuell, sondern über Monitore gestellt.

„Know-how fließt ab“
Die Grazer KPÖ machte dieses Jahr gegen die Verlegung mobil: „Mit dieser Totalzentralisierung fließt viel Know-how ab, und ein Berufsbild verschwindet.“ Graz hätte sich eine eigene Fahrdienstleitung verdient. Man hätte die ursprüngliche Strategie neu überdenken müssen.

Bei der zuständigen Gewerkschaft Vida ist die Umsiedelung seit Jahren bekannt und wird dementsprechend gelassen genommen: „Einige Stellen können wir mit Abgängen durch Pensionierungen kompensieren, für die anderen Fahrdienstleiter gibt es Ersatzarbeitsplätze“, sagt Hansjörg Miethling. Kündigungen dürfte es keine geben.

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