Die Jugendproteste in unseren Breiten tragen einen Namen: Aufstand der „GenZ“. Damit ist die in unserem Jahrhundert geborene Generation gemeint.
Der Jugendprotest sollte niemanden überraschen, da seit Jahren – trotz aller Warnungen – alte Politiker Politik für alte Leute machen. Sie sind ja die Mehrheit der Wähler.
Generationenkonflikte sind aber nicht nur ein Problem der alten Welt oder der Demokratie. China hat die gleichen Sorgen, nur anders geartet. Die Generation der Ein-Kind-Politik, die 2016 viel zu spät endete, hat keinen Bock, sich wie ihre Eltern abzurackern. Das Phänomen heißt „flach liegen“.
Es ist der – noch (?) – stille Protest gegen das berühmt-berüchtigte, extrem strenge und stressige Prüfungssystem für den Weg in die Hochschulen, genannt Gaokao. Diese Schwelle entscheidet den Lebensweg: alles oder nichts. Wenn aber die Anstrengung zu diesem Wettbewerb in die wachsende Jugendarbeitslosigkeit mündet – etwa 20 Prozent –, dann wächst die Zahl der bewussten Aussteiger.
So wie bei uns wird das auch in China leicht mit Faulheit einer in Bequemlichkeit aufgewachsenen Jugend abgetan. Die Führung erinnert an das harte Leben der Eltern- und Großelterngeneration und mahnt, im nationalen Ehrgeiz nicht nachzulassen. Staatschef Xi über seine eigene Jugend in der Kulturrevolution: „Man muss lernen, Bitterkeit zu essen.“
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