Am 5. November ist der Equal Pay Day. An dem Tag verdienten Männer bereits das durchschnittliche Jahresgehalt von Frauen. Teilzeit, Kinder, Karenz & Co. wurden lange Zeit als die Hauptgründe für die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen genannt. Eine neue Auswertung kommt jedoch zu einem anderen Schluss.
Auch Frauen in Vollzeit verdienen durchwegs weniger als ihre männlichen Kollegen. Einen Gender Pay Gap von sieben Prozent gibt es schon bei den unter 30-Jährigen und steigert sich dann in der Gruppe zwischen 50 und 59 Jahren auf stolze 18 Prozent.
„Der Gender Pay Gap wird seit Jahren mit Teilzeit und Familienphasen erklärt. Doch Frauen in Vollzeit bekommen in jeder Altersgruppe weniger als Männer in Vollzeit bezahlt“, erklärt Sophie Achleitner, Gleichstellungsexpertin am Momentum Institut. Was übrig bleibe, sei somit die Bewertung von Arbeit von Frauen.
Der Gender Pay Gap wird seit Jahren mit Teilzeit und Familienphasen erklärt. Doch Frauen in Vollzeit bekommen in jeder Altersgruppe weniger als Männer bezahlt.

Sophie Achleitner, Gleichstellungsexpertin am Momentum Institut
Bild: Marlene Feichtenschlager
Mütter verdienen bis zu 27 Prozent weniger
Besonders zeigt sich der Nachteil bei Müttern. Sie verdienen bei Vollzeitbeschäftigung je nach Alter zwischen 19 und 27 Prozent weniger als Männer. Gleichzeitig sind aber auch Frauen ohne Kind bei der Entlohnung finanziell benachteiligt. Sie verdienen im Schnitt zwischen einem Prozent (30 bis 39 Jahre) und 15 Prozent (50 bis 59 Jahre) weniger als Väter.
Kein Unterschied je nach Beruf
Dabei spielt auch die Berufswahl keine Rolle. Laut Untersuchung verdienen in allen untersuchten Berufsgruppen Frauen weniger als Männer. Bei Führungspositionen ist dies sogar noch verstärkt festzustellen. Der liegt der Gehaltsunterschied (Vollzeit) bei beachtlichen 23 Prozent. Noch ein Stück verschärft ist die Lage im Top-Management. Weibliche Geschäftsführerinnen oder Vorständinnen bekommen durchschnittlich ein Drittel (33 Prozent) weniger bezahlt.
„Unterschiedliche Bewertung von Arbeit“
Das Ergebnis zeige ganz klar, dass es eine strukturelle Benachteiligung in Österreich gibt. Die Ursachen liegen nicht alleine in der Teilzeit oder der Familienphase, sondern in einer unterschiedlichen Bewertung von Arbeit bzw. Leistung von Frauen und Männern, heißt es.
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