Der „Equal Pay Day“ markiert jenen Tag im Jahr, ab dem Frauen im Vergleich zu Männern rechnerisch unbezahlt arbeiten. Ausschlaggebend ist dafür das Durchschnittsgehalt von Männern und Frauen in Vollzeitarbeit. 2026 fällt der Aktionstag in Kärnten auf den 3. November.
Alle Jahre wieder zeigt sich das gleiche Bild: Frauen verdienen durchschnittlich weniger als Männer, leisten dafür aber mehr unbezahlte Arbeit im Haushalt und bei der Kinderbetreuung. Die Kinderbetreuung ist dabei in vielen Fällen das Zündlein an der Waage: Wie wir berichteten, hapert es in Kärnten bei den VIF-konformen Bildungseinrichtungen für Drei- bis Fünfjährige. Damit sind jene Einrichtungen gemeint, die durch die Berücksichtigung verschiedener Maßnahmen eine Vollzeitbeschäftigung beider Erziehungsberechtigten ermöglichen.
Jener Mangel führt in vielen Fällen dazu, dass vor allem Frauen zugunsten der Kinderbetreuung beruflich zurücktreten müssen. Das bringt Frauen unter anderem in weiterer Folge oftmals folgenschwere finanzielle Nachteile in der Pension.
Doch die finanzielle Ungerechtigkeit hört nicht bei der „Teilzeit-Falle“ auf. Der „Equal Pay Day“ zeigt auf, dass auch Frauen in Vollzeitarbeit nicht mit Männern finanziell gleichgestellt sind. Im heurigen Jahr beträgt der geschlechtsspezifische Einkommensnachteil in Kärnten durchschnittlich rund 16 Prozent. In Spittal an der Drau ist die Einkommensschere zwischen Mann und Frau mit knapp 25 Prozent am größten. Dahingegen kommen Frauen in Klagenfurt mit etwa elf Prozent Lohnunterschied am besten davon.
Dringlichkeit auch auf politischer Ebene
Auch von Seiten der politischen Parteien reagiert man auf die vorherrschende Lohn-Ungerechtigkeit. FPÖ-Nationalratsabgeordnete Tina Angela Berger dazu: „Dass Frauen im Bezirk Spittal im Jahr knapp 25 Prozent weniger verdienen als Männer, ist für mich als Spittalerin alarmierend. Gerechtigkeit darf keine Frage des Wohnorts sein.“
Auch Grünen-Landessprecherin Olga Voglauer findet klare Worte: „Es ist absurd, dass wir jedes Jahr dieselbe Forderung stellen müssen: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit muss endlich Realität werden.“
Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer sieht vor die Priorität besonders beim Ausbau der Kinderbetreuung „um den Wunsch vieler Frauen nach Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Karriere besser vereinen zu können.“ Ein Wunsch, der bis auf Weiteres noch für viele ein solcher bleiben wird.
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