Der FC Bayern beendet die Zusammenarbeit mit Head of Scouting Nils Schmadtke vorzeitig. Der 37-Jährige verlässt den deutschen Rekordmeister mit Ende Jänner 2027. Der Klub bestätigte die Trennung am Montagabend.
Beide Seiten hätten sich „nach vertrauensvollen Gesprächen einvernehmlich auf eine vorzeitige Beendigung des Arbeitsverhältnisses geeinigt“, teilte der FC Bayern mit. Schmadtke bleibt damit noch bis zum letzten Tag des Winter-Transferfensters beim Klub.
Sportvorstand Max Eberl würdigte Schmadtkes Arbeit: „Nils Schmadtke war in den vergangenen zwei Jahren im Bereich Scouting und in der Planung des Lizenzkaders eine sehr große Unterstützung. Als Head of Scouting hat er die Abteilung mit vielen neuen Ideen gestaltet. Ich möchte mich bei ihm für seine sehr gute Arbeit bedanken und wünsche ihm für seine Zukunft nur das Allerbeste.“ Schmadtke galt als enger Vertrauter Eberls.
Der Sohn des langjährigen Bundesliga-Managers Jörg Schmadtke war im Oktober 2024 nach Stationen unter anderem bei Borussia Mönchengladbach und dem VfL Wolfsburg nach München gekommen. Intern stand er laut Medienberichten seit Längerem in der Kritik. Im August hatten der „Merkur“ und die „tz“ gemeldet, das aus der Führungsetage der Bayern Schmadtkes Aus gefordert worden war. Sein radikaler Umbau der Scouting-Abteilung sei kritische beäugt worden.
Schmadtke selbst sagte: „Für den FC Bayern zu arbeiten, war eine besondere Aufgabe und eine große Ehre. Ich bin stolz darauf, wie wir das Scouting in den vergangenen zwei Jahren neu aufgestellt haben, für die Profis genauso wie für die Talente am Campus. Mein besonderer Dank gilt meinem Team für seine Leidenschaft, seine Expertise und die großartige Zusammenarbeit. Ich gehe mit einem guten Gefühl und wünsche dem Verein und den Menschen vor Ort für die Zukunft nur das Beste.“
Eberl hatte sich hinter Schmadtke gestellt
Mitte September hatte sich Eberl noch deutlich zu den Gerüchten um Schmadtkes Abgang geäußert. „Fakt ist: Nils hat noch ein Jahr Vertrag und gehört für mich zu den besten Scouts und Kaderplanern in Deutschland. Deswegen haben wir ihn auch verpflichtet. Was nach Ablauf seines Vertrages passiert, werden wir besprechen“, sagte er damals der „Sport Bild“. „Aber was in der öffentlichen Berichterstattung zu seiner Person zu lesen war, fand ich nicht in Ordnung. Das kann man so nicht stehen lassen.“
Nachfolger von ManUnited?
Wer Schmadtke dauerhaft nachfolgt, gab der FC Bayern noch nicht bekannt. Sportdirektor Christoph Freund und Campus-Leiter Jochen Sauer sollen die Suche verantworten. Als möglicher externer Kandidat wird Christopher Vivell gehandelt. Der 39-jährige Karlsruher sammelte zuvor Erfahrung bei der TSG Hoffenheim und im Red-Bull-Fußballimperium. Später war er Technischer Direktor beim FC Chelsea. Aktuell leitet Vivell die Scouting-Abteilung von Manchester United.
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