Platzt die KI-Blase? Die Kurseinbrüche an den Börsen schüren die Sorgen der Anleger jedenfalls. Die Aktien großer Technologiekonzerne gaben auf breiter Front nach. Die Intel-Aktie verlor sogar mehr als ein Viertel an Wert.
Viele Anleger bezweifeln wieder die astronomischen Investitionen in KI-Infrastruktur. Der technologielastige US-Index Nasdaq-100 beendete den Handelstag mit einem Minus von 3,46 Prozent auf dem tiefsten Stand seit drei Monaten. Die in dem Index gelisteten Unternehmen haben laut einem Reuters-Bericht damit in diesem Monat insgesamt rund zwei Billionen US-Dollar an Börsenwert verloren.
Intel-Aktie bricht ein
Die Aktien von wichtigen Technologie-Konzernen verloren am Freitag deutlich an Wert. Der Kurs der Intel-Aktie brach um fast 29 Prozent ein. Der Chipkonzern sorgte mit seiner Prognose für das Schlussquartal für eine herbe Enttäuschung. Trotz eines starken Quartalsberichts wurden auch die Titel des Speicherherstellers Sandisk auf ganzer Linie von der schlechten Branchenstimmung erfasst.
Mit Amazon musste am Freitag noch ein Technologieriese den Sorgen Tribut zollen: Die Aktien sackten zeitweise um bis zu sechs Prozent auf den tiefsten Stand seit Ende Juli ab. Der Kursverlust sei der enttäuschenden Umsatzentwicklung der Cloud-Sparte AWS geschuldet, schrieb der UBS-Experte Stephen Ju. Auch bei Amazon lasteten hohe KI-Ausgaben auf der Aktie.
Unter den sieben Tech-Riesen, den sogenannten „Magnificent 7“, gab es nur Verlierer. Ein Minus von über vier Prozent sorgte bei Nvidia dafür, dass Apple im Rennen um das wertvollste Börsenunternehmen nach längerer Zeit wieder vorbei zog. Der Börsenwert von Nvidia sank unter die 5-Billionen-Dollar-Marke, über der sich Apple gerade so halten konnte.
In Europa büßten die Titel der Chipkonzerne ASML und Infineon gut sechs Prozent ein. An der Wiener Börse verloren die Aktien des Leiterplattenherstellers AT&S am Freitag gut 13 Prozent.
Experte rät von Panik-Verkäufen ab
„Die KI-Euphorie bekommt Risse“, schrieb am Freitag der Anlagestratege Stefan May von der Quirin Privatbank. Die Zweifel wachsen, ob sich gigantische Investitionen jemals lohnen werden, meinte er. Auf Phasen der Begeisterung folgen laut ihm oft Überinvestitionen und schmerzhafte Rückschläge. Er rät Anlegern trotzdem nicht dazu, panisch ihre Aktien zu verkaufen, nur weil Warnungen vor einem Börsencrash oder dem Platzen der KI-Blase laut werden.
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