Ein Komitee aus Neusiedl am See im Burgenland will eine Änderung des Vereinsgesetzes erreichen. Auslöser des Streits war ein Zwist bei den Europäischen Weinrittern. Gefordert wird etwa eine stärkere Absicherung des Mitspracherechts für Mitglieder.
Was als Streit innerhalb der Europäischen Weinritter im Burgenland begann, könnte bald zum Fall für das Parlament werden. Wie berichtet, übt das Komitee zur Pflege der Wein- und Demokratiekultur heftige Kritik an den hierarchischen Strukturen und fehlender finanziellen Transparenz im weltlichen Orden.
An vorderster Front ist Ex-Landesrat Paul Rittsteuer engagiert. Er und einige Mitstreiter waren nach ihrer Kritik von den Weinrittern ausgeschlossen worden. „Wir wollen nun verhindern, dass es Leuten in anderen Vereinen ähnlich ergeht“, bringt es Rittsteuer auf den Punkt.
Mehr Mitsprache für Mitglieder verlangt
Gefordert wird daher eine Änderung des Vereinsgesetzes, etwa eine verstärkte Absicherung des Mitspracherechtes für zahlende Mitglieder oder die Beschränkung der Funktionsdauer auf drei Jahre mit möglicher Wiederwahl. „Uns geht es darum, ein Mindestmaß an demokratischen Grundregeln für Vereine zu verankern“, so der Altlandesrat. Ebenso sollen die Wahl der Finanzprüfer und eines unabhängigen Schiedsgerichtes durch die Mitglieder sowie das automatische Stimmrecht für Frauen, wenn sie zahlende Mitglieder seien, festgeschrieben werden.
Bereits Gespräche mit Parteien
Zuständig für eine Änderung ist der Nationalrat: Rittsteuer will zunächst eine Entschließung im Landtag erreichen. „Von SPÖ, FPÖ und ÖVP gibt es bereits positive Signale“, berichtet Rittsteuer. Danach will man gezielt an den Nationalrat und seine Mitglieder herantreten. Zuvor wird es auch noch Gespräche mit der Volksanwaltschaft geben.
Weinritter: „Statuten seit 42 Jahren“
Bei der Europäischen Weinritterschaft sieht man dem Vorstoß des Komitees gelassen entgegen. „Unsere Statuten sind seit 42 Jahren bewilligt, das kann nur für Neugründungen gelten“, so Generalconsul Alfred Tombor-Tintera. Die von den Kritikern vorgetragenen „faktenbefreiten Behauptungen“ bezüglich der Finanzen habe man Punkt für Punkt geklärt. „Wir werden weiter für Europa arbeiten“, so Tombor-Tintera.
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