Täter (39) gestand:
Angriff bei Paris hat rassistischen Hintergrund
Vor knapp einer Woche hatte ein 39-Jähriger bei Paris einen Menschen erschossen und sieben weitere verletzt. Nun bekannte er sich zu einem rassistischen Motiv. Er habe „gezielt Menschen vom muslimischen, afrikanischen oder nordafrikanischen Typ“ ins Visier genommen, sagte Kévin T.
Den Ort Trappes habe er ausgesucht, weil dieser als „Hochburg von Islamisten gelte“. Eine terroristische Absicht bestritt der 39-Jährige hingegen. Seinen Angriff in den Pariser Vororten Trappes und La Verrière bezeichnete er als legitim, wie der Anti-Terror-Staatsanwalt Olivier Christen sagte. Die Ermittlerinnen und Ermittler fanden bei dem allein lebenden Angestellten einer Autofirma Dutzende selbst entworfene Aufkleber mit Parolen wie „100 Prozent französisch“. Auf einem Aufkleber ist die rechtspopulistische Partei Rassemblement National (RN) erwähnt. Kévin T. sagte, die Aufkleber selbst entworfen und bei Amazon bestellt zu haben. Er sei aber gar kein Parteianhänger.
Laut der Staatsanwaltschaft hatte der Franzose seine Tat lange geplant. Er habe im September Waffenzubehör gekauft, um die Wirksamkeit seiner Maschinenpistole zu erhöhen, sowie Handschellen und eine Polizei-Armbinde. Zudem habe er seinen Laptop verkauft, sein Handy versteckt und seine Social-Media-Konten gelöscht, hieß es. In früheren Phasen habe der 39-Jährige versucht, „linke Gruppen zu infiltrieren“. In Medien waren Fotos aufgetaucht, die ihn 2018 mit pro-palästinensischen Aktivistinnen und Umweltschützern zeigten.
Bereits viermal verurteilt
Kévin T. wurde bereits vier Mal verurteilt, zuletzt 2012. Er habe von psychischen Problemen und einem starken Drogenkonsum seit seinem 13. Lebensjahr berichtet, sagte der Staatsanwalt. Zum Zeitpunkt des Angriffs am vergangenen Freitag seien Cannabis und Kokain in seinem Blut nachgewiesen worden. Es gibt auch Hinweise auf die Einnahme von Antidepressiva und antipsychotischen Medikamenten.
Wie berichtet, hatte der Angreifer aus seinem Auto heraus über eine Strecke von zwölf Kilometern immer wieder mit einer Maschinenpistole auf Menschen geschossen. Er gab insgesamt 128 Schüsse ab. Dabei kam der 26 Jahre alte Pengo Bossio Wangi ums Leben, ein Franzose mit kongolesischen Wurzeln. Unter den sieben Verletzten ist ein elf Jahre altes Mädchen. Ein weiteres Opfer schwebt immer noch in Lebensgefahr.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron prangerte eine allgemeine „Enthemmung der Gewalt“ an. „Bei manchen gibt es eine Enthemmung des Antisemitismus und bei anderen eine Enthemmung des Rassismus“, sagte er in Anspielung auf die linkspopulistische Partei La France Insoumise und die rechtspopulistische Partei Rassemblement National. Premierminister Sébastien Lecornu kündigte eine nationale Trauerfeier für die Opfer an.

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