AK zeigt Preishammer

Seife, Creme und Co. bis zu 150 Prozent teurer

Tirol
29.10.2026 11:00

Bei einem grenzübergreifenden Online-Preisvergleich im Drogeriesegment deckte die Arbeiterkammer Tirol (AK) fast schon unglaubliche Preisunterschiede zwischen Österreich und Deutschland auf. Im Schnitt bezahlt man hierzulande über 24 Prozent mehr für dieselben Produkte.

Der „Österreich-Aufschlag“ ist in aller Munde. Die AK Tirol führte auch heuer wieder einen grenzübergreifenden Online-Preisvergleich in Drogerien zwischen Österreich und Deutschland durch. Das Ergebnis aus Sicht eines Österreichers oder einer Österreicherin ist ernüchternd: Im Schnitt 24,27 Prozent beträgt der Preisunterschied. Die durchschnittliche Preisdifferenz ist damit im Vergleich noch einmal gestiegen.

Insgesamt waren nur fünf der verglichenen Drogerieprodukte im Durchschnitt in Österreich preiswerter als in Deutschland. Den wohl eklatantesten Preisunterschied gibt es bei Hansaplast Sensitive Strips. Während man 20 Stück dieses Produkts in Deutschland um 2,45 Euro erhält, muss man bei österreichischen Anbietern 6,19 Euro (!) bezahlen.

Auch andere Produkte doppelt so teuer
Ähnlich hoch auch der Unterschied bei Palmolive Flüssigseife Hygiene Plus (300ml). Die Differenz beträgt dabei 147,59 Euro. Auch bei Tempo Taschentücher (15 x 10 Stück) beträgt der Preisunterschied bis zu 128,65 Prozent, gefolgt von Somat Klarspüler (750 ml) mit bis zu 125,63 Prozent.

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Die eklatanten Preisunterschiede in einem Binnenmarkt sind nach wie vor nicht nachvollziehbar.

Erwin Zangerl, AK Präsident Tirol

Wie erwähnt, muss man lediglich bei fünf Produkten (von 42 verglichenen) in Österreich weniger tief in die Tasche greifen:

  • Nivea reichhaltige Bodymilk, trockene Haut (400 ml) (6,22 %)
  • Nivea Express Bodylotion, normale Haut (400 ml) (6,95 %)
  • Tempo feuchte Toilettentücher, versch. Sorten (42 Stk) (3,53 %)
  • Meridol Zahncreme Zahnfleischschutz (75 ml) (0,80 %)
  • Elmex Zahncreme Kariesschutz (75 ml) (17,23 %)

 

„Unterschiede nicht nachvolziehbar“
„Wieder einmal wurde bei einer länderübergreifenden Preiserhebung der Österreich-Aufschlag bestätigt. Die eklatanten Preisunterschiede in einem Binnenmarkt sind nach wie vor nicht nachvollziehbar. Es besteht dringender Handlungsbedarf, sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene“, so die Kritik von AK Präsident Erwin Zangerl.

Unterschiede auch im Warenkorb
Auch bei jenen Anbietern, die in Deutschland und Österreich ihre Waren anbieten, fielen die Preisunterschiede auf. Der Warenkorb war bei DM in Deutschland mit 129,90 Euro deutlich günstiger als in Österreich (147,20 Euro). Auch bei Müller musste man in Österreich gut 17 Euro mehr bezahlen. „Nach wie vor gibt es für diese Preisunterschiede keine nachvollziehbare Begründung“, heißt es seitens der AK Tirol.

Test erfolgte online
Im aktuellen Test hat die AK Tirol die Preise von identen Markendrogerieprodukten in Supermärkten und Drogeriemärkten online erhoben. Alle verglichenen Produkte des Warenkorbes waren sowohl in Österreich als auch in Deutschland erhältlich. Der Warenkorb umfasste 42 Artikel aus den Bereichen Pflege und Reinigung. Bei den erhobenen Preisen handelt es sich um Bruttopreise, wobei die Umsatzsteuersätze in Österreich (20 %) und in Deutschland (19 %) annähernd gleich sind.

Alle Preise wurden ohne Berücksichtigung von Mitglieds- und Kundenkarten erhoben, auch Mengenrabatte wurden nicht miteinbezogen. Es wurde der Preis zu Grunde gelegt, den ein Konsument für ein Produkt an dem Tag der Erhebung bezahlen hätte müssen. Aktionspreise wurden berücksichtigt.

Die Erhebung erfolgte vom 5. bis zum 8. Oktober. Die Preise wurden in Österreich online bei Mpreis, Bipa, DM, Müller, Interspar und Billa sowie in Deutschland online bei DM, Müller, Rossmann, Globus und Rewe erhoben.

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