Böser RedBrowser

Handy-Virus verschickt teure SMS

Elektronik
01.03.2006 10:14
Der russische Virenspezialist Kaspersky warnt vor dem ersten entdeckten Schadprogramm für Mobiltelefone, das Java-Anwendungen ausführen kann. Der Virus mit dem Namen RedBrowser.a kann nicht nur Smartphones infizieren sondern alle Mobiltelefone, die die Java-Plattform unterstützen. Einmal installiert, beginnt der Trojaner, SMS an kostenpflichtige Mehrwertnummern zu verschicken. Diese treiben mit fünf bis sechs Dollar pro Nachricht die Rechnung des Handybesitzers ordentlich in die Höhe.
RedBrowser täuscht dem User vor, ein Programm zu sein, mit dem kostenlos auf WAP-Seiten zugegriffen werden kann. Funktionieren soll dies durch den Empfang und den Versand kostenloser SMS, wird dem Handyanwender mitgeteilt. Tatsächlich sind diese Nachrichten aber keineswegs kostenlos sondern gehen an kostenintensive Mobile Services. Einhandeln kann man sich die 53 Kilobyte große Java-Applikation via Internet. Des weiteren besteht die Übertragungsmöglichkeit per Bluetooth oder über den PC.


Österreichs Netze - noch - nicht gefährdet

Derzeit kursiert RedBrowser im russischen Mobilnetz. Hauptziel sind Kunden der Mobilfunkbetreiber MTS, Beeline und Megafon. Eine Gefahr für heimischen Handys bestehe derzeit nicht. "Aktuell kann der Virus gar nicht in unseren Raum kommen, da er speziell für russische Netze programmiert ist", so Elke Wößner, Sprecherin von Kaspersky Deutschland, im Gespräch mit pressetext. Unmöglich sei es jedoch nicht. "Es ist vielleicht nur eine Frage der Zeit bis Mutationen des Virus auch auf heimische Handynetze programmiert sein werden", meint Wößner.


Programm einfach wieder löschen

Bisher ist nur eine Modifikation des Virus bekannt, so Wößner. Die Kaspersky-Experten gehen jedoch davon aus, dass bereits weitere Versionen von RedBrowser existieren. Die Existenz des SMS-Virus sei ein Zeichen dafür, dass die Virenschreiber ihre mobile Reichweite erweitert haben und nicht mehr lediglich teure Smartphones im Visier haben. So schnell wie man sich den unliebsamen Gast eingefangen hat, so schnell ist er auch wieder loszuwerden. "Einfach das Programm im Application-Manager deinstallieren", erklärt Wößner abschließend. (pte)
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