Seit ziemlich genau zwei Jahren ist die Wiener Würstelstandkultur Teil des immateriellen UNESCO-Kulturerbes – höchste Zeit also für den ersten stadtweiten Tag der Würstelstände am 7. November! Mit einer Medaille prämiert werden dabei jene, ohne die die Würstelstand-Tradition nicht denkbar wäre: die Gäste.
Auch die UNESCO weiß: Wichtig für das Kulturerbe Würstelstand ist „die soziale Durchmischung aller Alters-, Gesellschafts- und Bevölkerungsschichten, welche den sozialen Austausch und Nähe sowie das Ausleben und den Erhalt des Wiener Schmähs ermöglicht“. Die rund 120 Standln in Wien sind damit „Kulturerbe zum Mitmachen“, findet der Verein der Wiener Würstler. Am 7. November 2026 sollen den Worten Taten folgen.
Medaillen für 100 eingefleischte Fans
Der Tag soll die Vielfalt und Individualität der Wiener Würstler zeigen. Ein Stempelpass mit sechs Feldern soll dazu anregen, neue Standln zu entdecken: Die ersten 100 Gäste, die nach Besuchen bei sechs verschiedenen Standlern alle Felder abgestempelt haben und ein Foto davon an stempelpass@wienerwuerstelstaende.at schicken, werden am 10. November um 12 Uhr mit einer Medaille ausgezeichnet – wie es sich für eine sportliche Höchstleistung gehört, beim Würstelstand Stadion beim Ernst-Happel-Stadion. (1020, Meiereistraße 7).
Vereinsobmann Rene Kachlir – als „scharfer Rene“ am Schwarzenbergplatz natürlich mit von der Partie – will auch nicht, dass die Gäste von einem Stand zum anderen jagen, um den Sammelpass vollzubekommen. Vielmehr sollen die Menschen so die Vielfalt der Wiener Würstelstandlandschaft erleben, genießen und auch Würstelstände kennenlernen, die für einen schnellen Imbiss an einem Werktag vielleicht zu weit abgelegen sind.
Wir wollen nicht nur über Würstelstandkultur reden. Die Menschen sollen sie an sechs unterschiedlichen Standln selbst erleben.

Rene Kachlir, Obmann des Vereins der Wiener Würstelstände
Bild: Zwefo
Tatsächlich bilden die 22 teilnehmenden Standler das ganze Spektrum der Wiener Würstelstandkultur ab – von Klassikern wie Leo am Döblinger Gürtel und Mat‘s beim Praterstern über Nobelstandler wie Bitzinger (Prater, Albertinaplatz) und Alles Wurscht hinter der Börse bis hin zu Feinspitz-Geheimtipps wie der Bosnarei bei der Volksoper und Bewusst Wurst beim Technischen Museum und viele mehr.
Um Zusatzeinkünfte geht es den Standbetreibern bei der Aktion nicht: Die meisten von ihnen sperren eigens für die Aktion am Samstag auf, und das extralang von 10 bis 22 Uhr. Und immerhin hat der „Tag der Wiener Würstelstände“ auch den Segen der UNESCO, die explizit zu derartigen Aktionen ermutigt, um eine „langfristige Erhaltung der Würstelstandkultur zu ermöglichen“.
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