Der 13-jährige „Auszeit-WGler“, der am Dienstag aus der Wiener Klinik Donaustadt geflüchtet war, befindet sich wieder in der Einrichtung. Das bestätigte eine Sprecherin der Wiener Kinder- und Jugendhilfe (MA 11) am Mittwoch. Wie es dem Jugendlichen gelungen war, das Wiener Spital zu verlassen, ist derzeit Gegenstand der laufenden Ermittlungen, so MA-11-Sprecherin Ingrid Pöschmann.
Der 13-Jährige wurde vor rund einem Monat in die „Auszeit-WG“ aufgenommen, nachdem er wiederholt kriminelle Handlungen gesetzt hatte. Am Montag wurde der Teenager dann von der Rettung in die Klinik gebracht und stationär aufgenommen. Er sei dort auch behandelt worden, sagte Pöschmann.
Keine Auskunft zu gesundheitlichen Problemen
„Am Morgen war er dann nicht mehr da.“ Auf die Frage, welche gesundheitlichen Probleme der Bursch denn gehabt hätte, wurde mit dem Hinweis auf dessen Persönlichkeitsrechte keine Auskunft erteilt. Vonseiten der Landespolizeidirektion Wien hieß es, dass es eine Abgängigkeitsanzeige gebe.
„Aktuelle Rechtsgrundlage nicht ausreichend“
Mit der „Auszeit-WG“ sei in Österreich die Möglichkeit geschaffen, strafunmündige Intensivtäter anzuhalten. Ziel der Auszeit-WG sei es, die Bevölkerung vor strafunmündigen Intensivtätern zu schützen und Gewaltspiralen zu durchbrechen. „Wir möchten festhalten, dass wir es mit kriminellen Strafunmündigen zu tun haben, für welche die aktuelle Rechtsgrundlage nicht ausreichend ist“, erklärte Pöschmann. Dennoch sei die Entscheidung, diese anzuhalten, wichtig und die richtige Herangehensweise, statt untätig zu sein und wegzuschauen.
Erneute Kritik der Grünen
Die Grünen Wien erneuerten nach dem Vorfall ihre Forderung, die Betreuung von gewaltbereiten Kindern und Jugendlichen grundlegend neu aufzustellen: „Die Mängel an der Auszeit-WG sind mittlerweile offensichtlich, die Kritik reißt nicht ab. Kurzfristige Maßnahmen und reine Zwangskontexte sind für gewaltbereite Kinder und Jugendliche keine nachhaltigen Lösungen“, betonte Ursula Berner, Familiensprecherin der Grünen Wien, in einer Aussendung.
Statt punktueller Interventionen brauche es Betreuungskonzepte, die möglichst früh ansetzen – bereits dann, wenn Kinder und Jugendliche erstmals durch problematisches Verhalten auffallen. Diese müssten über mindestens ein Jahr, besser noch länger, angelegt sein und auf kontinuierliche Beziehungsarbeit setzen.
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