Nicholas Ofczarek spricht über seine MS, Michael J. Fox engagiert sich seit Jahrzehnten gegen Parkinson. Christina Applegate sucht nach einer Fehldiagnose erneut Antworten. Drei Stars zeigen, wie sehr Krankheit den Alltag verändert – und warum sie darüber sprechen.
Sie stehen auf großen Bühnen, begeistern im Kino und bringen ein Millionenpublikum zum Lachen. Doch hinter den vertrauten Gesichtern stehen auch Geschichten von Schmerzen, Einschränkungen und Ungewissheit. Wenn Stars darüber sprechen, rückt ein Teil ihres Lebens in den Mittelpunkt, den das Publikum sonst kaum sieht.
Nicholas Ofczarek will anderen Mut machen
Burgtheater-Star Nicholas Ofczarek lebt seit fast drei Jahrzehnten mit Multipler Sklerose. Die Diagnose erhielt er mit 27 Jahren, als seine Tochter gerade erst geboren war. Nun erzählt der Schauspieler von den Herausforderungen, die ihn begleiten.
Selbst der Weg auf die Bühne kann beschwerlich sein. Auch sein Spiel hat sich verändert: Wo früher der körperliche Ausdruck stärker im Mittelpunkt stand, setzt Ofczarek heute vermehrt auf Sprache. Halt gibt ihm seine Frau Tamara Metelka. Mit seiner Offenheit möchte er besonders Menschen erreichen, die selbst mit einer Diagnose zurechtkommen müssen. Seine Botschaft: „Die Diagnose bedeutet nicht das Ende des Lebens, sondern ist ein Aufruf zur Veränderung.“
Christina Applegate steht wieder vor offenen Fragen
Eine andere, besonders schmerzhafte Wendung erlebt aktuell Christina Applegate. 2021 hatte die Schauspielerin ihre MS-Diagnose öffentlich gemacht. Seither sprach sie immer wieder ungeschönt über Erschöpfung, Schmerzen und die Grenzen, die ihr Körper ihr setzt.
Nun berichtete sie in ihrem Podcast „MeSsy“, dass die Diagnose nach neuen Untersuchungen revidiert worden sei. Eine Erleichterung war das für sie nicht: „Ich war überhaupt nicht glücklich.“ Denn die Beschwerden bestehen weiter. Was sie verursacht, ist bislang ungeklärt. Applegates Geschichte macht damit auch eine andere Belastung sichtbar: krank zu sein und keine gesicherte Erklärung dafür zu haben.
Michael J. Fox nutzt seine Bekanntheit für die Forschung
Michael J. Fox erhielt 1991 mit 29 Jahren die Diagnose Parkinson. Der als Marty McFly in „Zurück in die Zukunft“ weltberühmt gewordene Schauspieler wurde zu einem der bekanntesten Fürsprecher für Betroffene.
Mit seiner Stiftung setzt er sich für die Erforschung der Krankheit ein. Für dieses Engagement wurde er kürzlich in die oberste Kategorie des Ordens von Kanada aufgenommen.
So unterschiedlich ihre Erfahrungen sind: Ofczarek, Applegate und Fox geben Einblicke in ein Leben, in dem Erfolg und Krankheit nebeneinander bestehen. Ihre Offenheit schafft Aufmerksamkeit – auch für jene Betroffenen, deren Geschichte keine Schlagzeilen macht.
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