Die zweite Verhandlungsrunde für den Kollektivvertrag der rund 55.000 Beschäftigten in den 98 österreichischen Eisenbahnunternehmen ist am Mittwochabend ohne Durchbruch zu Ende gegangen. Zu wichtigen Streitthemen wie Arbeitszeit und Teuerungsausgleich wurden Arbeitsgruppen vereinbart.
Bei den Lehrlingsregelungen gab es eine erste Einigung. Die Verhandlungen werden am 4. November fortgesetzt.
Rollierende Inflation bei 3,26 Prozent
Für den Berechnungszeitraum von Oktober 2025 bis September 2026 steht die für die Verhandlungen maßgebliche rollierende Inflation mit 3,26 Prozent fest. Neben der Abgeltung der Teuerung verlangt die Gewerkschaft vida eine Angleichung der Wochenarbeitszeit auf 38,5 Stunden in allen Bahnbetrieben sowie eine Attraktivierung der Berufe.
Bei Dienstverhinderungen von Lehrlingen verständigten sich die Parteien darauf, künftig dieselben Bestimmungen wie für die übrigen Beschäftigten anzuwenden. Die Arbeitgeber verwiesen auf die organisatorischen und finanziellen Belastungen durch Arbeitszeitverkürzungen und forderten im Gegenzug mehr betriebliche Flexibilität.
Positionen und Ausblick
„In den Verhandlungen wird um Lösungen gerungen – und genau dafür sitzen wir am Tisch“, erklärte der KV-Verhandlungsleiter der Gewerkschaft vida, Gerhard Tauchner. Ziel sei es, am 4. November einen entscheidenden Schritt Richtung Abschluss zu machen.
Auch Arbeitgeber-Verhandlungsleiter Thomas Scheiber vom Fachverband der Schienenbahnen in der Wirtschaftskammer (WKÖ) betonte die konstruktive Gesprächsbasis: „Wir haben dazu eine klare Vorstellung und bereits einen möglichen Weg skizziert. Diesen werden wir nun in einer Arbeitsgruppe gemeinsam mit dem Sozialpartner im Detail prüfen und weiterentwickeln.“
Die Eisenbahner-Verhandlungen stehen heuer stärker im Blickpunkt, da die Metallbranche nach einem zweijährigen Abschluss im Vorjahr im Herbst nicht verhandelt.
Personalstand im ÖBB-Konzern wuchs um 15,2 Prozent
Nach Angaben der Arbeitgeber belasten zudem die gestiegenen Strom- und Energiepreise die Betriebe. Nach einer Auswertung des gewerkschaftsnahen Momentum Instituts stieg die Zahl der ÖBB-Reisenden von 2013 bis 2025 um 25,4 Prozent auf 292 Millionen. Der Personalstand im ÖBB-Konzern wuchs im selben Zeitraum um 15,2 Prozent auf 46.838 Vollzeitäquivalente.
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