Heute Strafprozess

Paal will 159.000 Euro, hinterlegte 5000 fürs Kind

Gericht
22.10.2026 05:40

Blitzprozess gegen Kabarettist Günther Paal und zwei Slowakinnen, die ihn nach dem sexuellen Missbrauch an einem vierjährigen Mädchen erpresst hatten. Nach nur dreieinhalb Stunden sollen die Urteile fallen. Neben den Strafen geht es im Prozess auch um Geld. Wir berichten live.

Die Nervosität in der Justiz vor dem Prozess gegen den 64-jährigen Kabarettisten Günther Paal ist groß. Präsent sind noch die Proteste, die jenen gegen Ex-Burgschauspieler Florian Teichtmeister begleiteten – Galgen aus Holz inklusive. Entsprechend hoch sind daher dieses Mal die Sicherheitsvorkehrungen im und rund um das Wiener Straflandesgericht.

Experten rechnen mit milder Strafe
Die beiden Frauen werden aus der U-Haft vorgeführt, Paal kommt auf freiem Fuß zum Prozess. Dem Kabarettisten drohen sechs Monate bis fünf Jahre Haft, den Frauen ein bis zehn Jahre Haft. Experten gehen davon aus, dass der gefallene Bühnenstar mit einer bedingten bzw. teilbedingten Strafe davonkommen wird – zumal er unbescholten ist und sich selbst gestellt hat.

„Gib dem Kind 200 oder 300 Euro“
Das steht in der erschütternden Anklageschrift
  • Günther Paal muss sich wegen sexuellen Missbrauchs von Unmündigen und Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger verantworten, die beiden Frauen – Mutter und Tochter – für schwere Erpressung.
  • Die angeklagte Frau und deren Mutter hatte Paal vor rund zehn Jahren über ein Inserat kennengelernt, in dem sich Mutter und Tochter gemeinsam für Liebesdienste angeboten haben.
  • Anfang 2025 kam es zum Übergriff an der kleinen Tochter der Zweitangeklagten. Danach meinte die Erstangeklagte zu Paal, er solle dem Kind jetzt 200 oder 300 Euro geben, was dieser auch tat.
  • Bis Mai 2026 übergab Paal insgesamt 159.000 Euro an die Erpresserinnen. Bei der letzten Geldübergabe in der Höhe von 30.000 Euro klickten für die jüngere der beiden Frauen die Handschellen. Der Kabarettist agierte dabei als Lockvogel.
  • Auf zwei Laptops und einem PC wurden bei Paal 960 Bilddateien, davon 846 mit unmündigen Minderjährigen, sichergestellt und 19 Videodateien. Die Frauen berichteten beide, dass der Kabarettist Kinderpornos auf einem Laptop konsumierte, während er mit ihnen sexuell verkehrte.

Verhandlung soll nur dreieinhalb Stunden dauern
Neben der Strafe wird es in der Verhandlung auch ums Geld gehen. Bereits bekannt ist, dass sich „Gunkl“ im Prozess als Erpressungsopfer mit einer Forderung von 159.000 Euro anschließen wird. Das ist jene Summe, die er den Slowakinnen im Zuge der Erpressung gezahlt hat.

Auch das Kind kann im Wege seiner Rechtsvertretung Schmerzensgeld fordern. Lächerliche 5000 Euro soll Paal dafür bereits bei Gericht hinterlegt haben.

Start im Großen Schwurgerichtssaal im Landl ist um 10 Uhr, bereits um 13.30 Uhr sollen die Urteile gegen die drei Angeklagten fallen. Wir berichten ab 9 Uhr live.

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