Morgen Strafprozess

Eigene und fremde Gefühle sind Gunkl „suspekt“

Gericht
21.10.2026 17:30

Am Donnerstag fällt der Vorhang für Kabarettist Günther Paal alias „Gunkl“. Der 64-Jährige muss sich im Wiener Landl wegen Kindesmissbrauchs und Missbrauchsdarstellungen vor dem Schöffensenat verantworten – zusammen mit seinen mutmaßlichen Erpresserinnen. Aussagen, die er in einem Interview tätigte, erscheinen heute in einem anderen Licht.

„Es zählt zu den schönsten Dingen, die zwischen Menschen entstehen können: Distanz und Abstand“, sagte Günther Paal vor wenigen Jahren als Gast in der ORF-Sendung „Willkommen Österreich“. Distanz, die er im Frühling 2025 schmerzlich vermissen ließ, als er ein erst vierjähriges Mädchen in Wien sexuell missbraucht haben soll.

Am Donnerstag muss er dafür im Großen Schwurgerichtssaal im Wiener Landl vor einem Schöffensenat Platz nehmen. Angeklagt ist er – wie einst sein Künstlerkollege Florian Teichtmeister – auch wegen kinderpornografischem Material. Die „Krone“ wird für Sie morgen live von der Verhandlung berichten.

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Romantiker, das darf man nicht vergessen, haben ja eine Idee vom Reinen. Das macht Romantiker so gefährlich, dass sie die Welt ohne Aber denken wollen.

Günther Paal 2020 in „Willkommen Österreich“

„Die eigenen Gefühle sind mir suspekt“
Mit ihm auf der Anklagebank sitzen die Mutter und die Oma seines kleinen Opfers. Sie sollen den TV-Promi nach der Tat erpresst haben – bis dieser Selbstanzeige erstattete. „Er habe einfach ein schönes, reines, unbezahltes Erlebnis haben wollen“, beschreibt Gunkl laut Anklageschrift die furchtbare Tat. Auch ein Satz, der an eine Passage des Interviews in der Dienstag-Nacht-Sendung erinnert: „Romantiker, das darf man nicht vergessen, haben ja eine Idee vom Reinen. Das macht Romantiker so gefährlich, dass sie die Welt ohne Aber denken wollen“, sagte er damals.

Nachträglich erscheinen auch weitere Aussagen, die er in der Show tätigte, in einem anderen Licht. Etwa jene zum Thema Liebe. Gefühle seien ihm suspekt, bestätigt er: „Ja, die eigenen schon einmal und fremde umso mehr.“ Nachsatz: „Es gibt Gefühle, und ich kann sie einigermaßen handhaben.“

Erpresster Kabarettist fordert 159.000 Euro zurück
In der Videobotschaft, die Paal nach Bekanntwerden der Vorwürfe online stellte, ließ er Gefühle gegenüber dem Leid seines Opfers zur Gänze vermissen. Ob dies im Prozess anders sein wird, wird die Öffentlichkeit vielleicht nie erfahren. Denn gut möglich, dass teils unter Ausschluss verhandelt wird.

Bereits bekannt ist, dass sich „Gunkl“ im Prozess als Erpressungsopfer mit einer Forderung von 159.000 Euro anschließen wird. Das bestätigt sein Anwalt Florian Höllwarth der „Krone“. Es handelt sich dabei um jene Summe, die er den Slowakinnen im Zuge der Erpressung gezahlt hat.

Auch das Kind kann im Wege seiner Rechtsvertretung Schmerzensgeld fordern. Lächerliche 5000 Euro soll Paal dafür bereits bei Gericht hinterlegt haben.

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