Kritik an Einkaufstour

Bedrohen die Illwerke den freien Wettbewerb?

Wirtschaft
22.10.2026 07:55
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Nach haag vkw und Obwegeser wollen die landeseigenen Illwerke-VKW nun auch das Unternehmen DOMA Energietechnik übernehmen. Die Vorarlberger Neos beäugen die Einkaufstour des Landeskonzerns mit Argwohn und sehen eine Verzerrung des Wettbewerbs.

Die Illwerke-VKW AG will die DOMA Energietechnik zur Gänze übernehmen. Sollte der Deal über die Bühne gehen, würde damit ein weiterer privater Betrieb vollständig vom Landeskonzern geschluckt werden. Bei den Neos, zu deren DNA bekanntlich die Huldigung des freien Marktes gehört, sieht man die Shoppingtour überaus kritisch. „Wenn ein Landesunternehmen private Mitbewerber nicht schlägt, sondern direkt aufkauft, schrumpft der Wettbewerb. Den Preis dafür zahlen im schlechtesten Fall die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger – mit weniger Auswahl, schlechterem Service und am Ende höheren Kosten“, befürchtet Klubobfrau Claudia Gamon.

Aus privat wird öffentlich
Neu ist die Kritik der Pinken nicht. Bereits im Jahr 2021, als die Illwerke bei DOMA eingestiegen sind, haben sie die ihrer Meinung nach fragwürdige Doppelrolle des Landesunternehmens als Netzbetreiber und Mitbewerber thematisiert. „Aus einem Stromerzeuger ist ein Energiekonglomerat geworden, das überall mitmischt. Wer als privater Betrieb damit rechnen muss, dass der Landeskonzern jederzeit ins eigene Geschäftsfeld drängt, stellt keine zusätzlichen Fachkräfte ein und wagt den nächsten Ausbauschritt nicht. Das schadet dem Wirtschaftsstandort“, sieht Gamon die damaligen Befürchtungen bestätigt. Eine Übernahme schaffe zudem weder zusätzliche Arbeitsplätze noch eine einzige zusätzliche PV-Anlage, sie verschiebe nur bestehende Kapazitäten vom privaten in den öffentlichen Bereich.

Landtagsanfrage eingebracht
Die Neos haben eine Landtagsanfrage zur DOMA-Übernahme einbracht. Unter anderem wollen sie wissen, welchen Mehrwert die Übernahme bringt, ob das Land eine Grenze für die Marktausweitung seines Unternehmens kennt und wie es die Folgen für Kundinnen und Kunden abgewogen hat. „Ohne ein Ja des Landes im Aufsichtsrat gibt es keine Übernahme. Die Landesregierung schuldet den Betrieben und Kunden in Vorarlberg daher eine ehrliche Antwort“, so Gamon.

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