Der Vorarlberger Verkehrsverbund gilt vielen als Vorzeigebetrieb, das öffentliche Netz im Ländle ist – mit Ausnahme der Bundeshauptstadt Wien – das beste in ganz Österreich. Die SPÖ sieht den guten Ruf allerdings aufgrund diverser Baustellen in Gefahr und nimmt Landesstatthalter Bitschi (FPÖ) ins Visier.
Die SPÖ will in einer Landtagsanfrage von Landesstatthalter Christof Bitschi wissen, wie es mit dem öffentlichen Verkehr im Land weitergeht. Aus Sicht von Klubobmann und Verkehrssprecher Mario Leiter gibt es nämlich gleich mehrere Baustellen, um die sich der dafür verantwortliche Verkehrslandesrat dringend kümmern müsste. Neben dem geplanten Einstieg in den Emissionshandel und der Prüfung von Werbeflächen auf den Bussen zählt dazu für Leiter auch das seit Juni geltende Tarifsystem. „Der öffentliche Verkehr ist in Vorarlberg über Jahrzehnte hinweg mit harter Arbeit aufgebaut worden. Er genießt bei den Vorarlbergerinnen und Vorarlbergern zu Recht ein hohes Ansehen. Und genau das ist nach nur eineinhalb Jahren unter Landesstatthalter Bitschi jetzt in Gefahr“, poltert Leiter.
SPÖ hört sich auf Bahnhöfen um
Vor allem auf das neue Tarifsystem haben sich die Roten eingeschossen, dieses werde zunehmend zu „einer Zerreißprobe für die Vorarlberger Verkehrsbetriebe“. Seit Anfang der Woche sind SPÖ-Mitglieder bei den Bahnhöfen im Land unterwegs, um sich direkt von den Fahrgästen ein Meinungsbild über die neuen Tarife einzuholen. „Der Zulauf ist groß, die Menschen geben uns viele Rückmeldungen. Das Bild, das sich dabei zeigt, ist eindeutig: Mit der aktuellen Tarifgestaltung sind viele unzufrieden“, berichtet Leiter.
Das Bild, das sich dabei zeigt, ist eindeutig: Mit der aktuellen Tarifgestaltung sind viele unzufrieden.
Mario Leiter, SPÖ
Offene Fragen zu Emissionshandel, Werbung und Tarifsystem
Mit ihrer Anfrage will die SPÖ daher nun von Landesstatthalter Bitschi wissen, ob und welche Änderungen am Tarifsystem konkret geplant sind und wie der aktuelle Stand bei dem für Herbst angekündigten „VMOBIL Forum“ ist. Ebenfalls soll geklärt werden, welche Einnahmen sich das Land vom Einstieg in den Emissionshandel und der Werbung auf den Bussen erwartet und was mit den dadurch eingesparten bzw. lukrierten Geldmitteln passiert. „Es liegt noch vieles im Unklaren, was die zukünftige Ausrichtung der Öffis in Vorarlberg betrifft. Die Menschen in Vorarlberg haben ein Recht darauf zu erfahren, wie es mit Bus und Bahn weitergeht. Denn am Ende des Tages sind sie es, die es dann wieder ausbaden müssen“, betont Leiter.
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