Veränderung für Kunden

Illwerke ändern Tarife für die PV-Einspeisung

Vorarlberg
08.06.2026 14:25

Der Vorarlberger Energiekonzern Illwerke-VKW stellt seine Einspeistarife für Photovoltaik-Anlagen (PV) auf eine monatliche Preisanpassung um. Grund sei der massive PV-Ausbau, der die Marktsituation fundamental verändert habe, heißt es seitens des Unternehmens.

Die installierte Leistung der PV-Anlagen hat sich in Österreich seit 2020 etwa verfünffacht. Auch in Vorarlberg ist die Entwicklung deutlich spürbar: Rund 20.000 PV-Anlagen speisen mittlerweile Strom ins Netz ein. Dieser starke Ausbau der Photovoltaik führt dazu, dass zunehmend Stromüberschüsse entstehen und am Großhandelsmarkt stundenweise sehr niedrige oder sogar negative Strompreise auftreten. Die Illwerke-VKW reagieren auf diese Entwicklung mit einer Anpassung ihrer Einspeisetarife auf marktorientierte Modelle – damit folgt man auch dem generellen internationalen Trend.

Zitat Icon

Wenn mittags sehr viele PV-Anlagen gleichzeitig einspeisen, ist der Marktpreis deutlich niedriger als zu Zeiten mit hoher Nachfrage und geringer Erzeugung.

Guido Salzmann, Vorstand Illwerke-VKW

Aktiver Wechsel für Kunden nötig
Betroffen von der Umstellung sind Kunden mit Verträgen, die 2025 oder früher abgeschlossen wurden. Um weiterhin eine Vergütung für ihren eingespeisten Strom zu bekommen, müssen sie aktiv in einen neuen Tarif wechseln. Dieser Wechsel geschieht aber nicht automatisch, sondern erfordert die Zustimmung des Kunden. Wer nicht wechselt, erhält künftig kein Geld mehr für seinen Überschuss-Strom. Alle betroffenen Personen werden im Juni schriftlich von den Illwerken über das genaue Umstiegsangebot informiert.

Das neue Tarifmodell im Detail
Das Angebot für den Umstieg heißt „PV-Einspeisetarif Flex mit Fixpreis 2027“. Wer sich dafür entscheidet, behält bis Ende 2026 seinen aktuellen Tarif. Im gesamten Jahr 2027 wird ein Fixpreis von 7 Cent pro Kilowattstunde für die eingespeiste Energie bezahlt. Ab dem 1. Jänner 2028 wird der Tarif dann variabel. Das bedeutet, die Auszahlung wird monatlich an den jeweiligen Marktpreis angepasst. Bei hohen Marktpreisen steigt die Vergütung, bei niedrigen sinkt sie.

Eigenverbrauch und Speicher als Lösung
Der Landesenergieversorger empfiehlt zudem allen PV-Besitzern, den Eigenverbrauch des selbst erzeugten Stroms zu erhöhen, um Kosten zu sparen. Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde muss nicht aus dem Netz bezogen werden. Laut PV-Experte Andreas Vonblon ist es sinnvoll, den Stromverbrauch gezielt in sonnenreiche Zeiten zu verlegen, also Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen dann zu nutzen, wenn die Sonne scheint. Eine weitere Möglichkeit ist die Anschaffung eines Batteriespeichers, um den Sonnenstrom für den Abend zu speichern. In diesem Zusammenhang gut zu wissen: Die Illwerke fördern den Kauf eines solchen Speichers seit diesem Jahr mit einem Zuschuss von bis zu 500 Euro.

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