
Raiffeisen Continuum beteiligt sich am Liftspezialisten. Partnerschaft soll weiteres Wachstum ermöglichen.
Seit mehr als 20 Jahren entwickelt, plant, fertigt, montiert und wartet das Neutaler Unternehmen „Aufzüge Friedl“ Personen-, Lasten-, Betten- und Panoramaaufzüge. So ist aus einem regionalen Betrieb ein österreichweit gefragter Liftspezialist mit mittlerweile 70 Mitarbeitern geworden. Jährlich werden in Wien, Niederösterreich, der Steiermark und dem Burgenland mehr als 200 neue Anlagen installiert.
Mit „ST Liftsystems“ verfügt die Gruppe seit neun Jahren zudem über eine eigene Produktion von Aufzugssystemen und Stahlkonstruktionen. Mehr als 2500 Stück wurden bereits ausgeliefert, 3000 Anlagen werden gewartet. Auch technologisch setzt das Unternehmen auf Eigenentwicklungen: Eine selbst entwickelte Steuerungsplattform und IoT-basierte vorausschauende Wartung sollen Fehler frühzeitig erkennen und Ausfälle sowie Stillstandzeiten reduzieren.
Weichen werden neu gestellt
Gemeinsam erwirtschaften Aufzüge Friedl und ST Liftsystems derzeit einen Jahresumsatz von 14 Millionen Euro. Mit dem kontinuierlichen Wachstum steigen auch die Anforderungen an die Unternehmensführung. Deshalb teilen sich Seniorchef Jürgen Friedl und sein Sohn Lukas die Verantwortung künftig gezielt nach ihren jeweiligen Stärken auf und gestalten gemeinsam die nächste Entwicklungsphase.
Zusätzlichen Rückhalt erhalten sie durch den Einstieg von Raiffeisen Continuum. Der auf langfristige Beteiligungen ausgerichtete Investor begleitet mittelständische Unternehmen bei strategischer Weiterentwicklung, Finanzierung und Nachfolge. Der als Alternativer Investmentfonds strukturierte Fonds verfügt über ein Volumen von rund 45,5 Millionen Euro und hält Beteiligungen an 21 Unternehmen. Er wird von der Raiffeisen Bank International, den Raiffeisenlandesbanken und den lokalen Raiffeisenbanken getragen.
„Sehen großes Potenzial“
Bei Aufzüge Friedl hält die Friedl-Seite weiterhin rund 79 Prozent der Anteile, während Raiffeisen Continuum mit 21 Prozent als Minderheitsgesellschafter einsteigt. Die Partnerschaft soll Kontinuität mit neuen Wachstumschancen verbinden. „Uns ist wichtig, die Werte zu bewahren, mit denen unser Unternehmen aufgebaut wurde. Zugleich wollen wir mit Raiffeisen Continuum neue Ideen einbringen. Wir sehen nämlich noch großes Potenzial und wollen es gemeinsam nutzen“, erklären Jürgen und Lukas Friedl.
Boris Pelikan, Gründer und Geschäftsführer von Raiffeisen Continuum, sieht in der Partnerschaft ein Beispiel für eine gelungene Unternehmensnachfolge: „In den nächsten Jahren suchen tausende österreichische Familienbetriebe eine Nachfolge.
„Übergabe mit Wachstum“
Aufzüge Friedl zeigt, wie sie gelingt: Ein Gründer, der sein Lebenswerk weiterentwickeln will. Ein Sohn, der schon heute Verantwortung trägt und ein Geschäftsmodell mit eigener Produktion, eigener Technologie und einem starken Servicegeschäft aufgebaut hat. Wir bringen Kapital und Erfahrung ein, damit die Übergabe mit weiterem Wachstum verbunden ist und das Unternehmen in österreichischer Hand bleibt.“
Für Mitarbeiter und Standort sind keine Veränderungen geplant. „Standort, Arbeitsplätze und österreichische Eigentümerstruktur bleiben erhalten“, heißt es seitens des Unternehmens.
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