Familienclan angeklagt

Mordprozess: Neugeborenes erschlagen und abgelegt

Gericht
21.10.2026 08:00

Ein rumänischer Familienclan sitzt nun zwei Tage vor Geschworenen im Landesgericht Eisenstadt. Der Vorwurf ist bedrückend: Es geht um die Tötung eines neugeborenen Babys, das an einem Grenzübergang im Burgenland einfach in einer Sporttasche abgelegt wurde. Hauptangeklagt ist die junge Mutter – aber nicht wie ihre Familie wegen Mordes.

Es war ein Horrorfund am Grenzübergang Nickelsdorf im Burgenland: In einer Reisetasche lag die Leiche eines Neugeborenen. Die Obduktion ergab, dass das kleine Mädchen erschlagen und bei eisigen Temperaturen im Jänner einfach abgelegt wurde. Im Landesgericht Eisenstadt müssen sich nun fünfköpfige rumänische Familie verantworten – darunter die damals erst 17-jährige Mutter des Babys.

Tötung bei der Geburt und Mord
Die Staatsanwaltschaft wirft der Jugendlichen nun in dem zweitägigen Prozess „Tötung eines Kindes bei der Geburt“ vor. Aufgrund ihres Alters drohen ihr bis zu zweieinhalb Jahre Haft. Doch die Einwirkung des Geburtsvorgangs kommt freilich nur der Mutter des kleinen Mädchens zugute. Ihrer Mutter, Schwester sowie Bruder und Schwager werden Beteiligung an einem Mord vorgeworfen. Das bedeutet bei einer entsprechenden Verurteilung bis zu 20 Jahre Haft oder lebenslang!

Was es besonders zu klären gilt: die Umstände. Wer hat der 17-Jährigen wann und wie geholfen? Welcher Beitrag wurde von wem allfällig geleistet? Videoaufnahmen von Überwachungskameras zeigen jedenfalls, wie eine junge Frau aus einem Reisebus aussteigt, die schwarze Sporttasche am Grenzübergang Nickelsdorf neben einem Mistkübel abstellt und weggeht. Die Frage nach dem Warum ist offen ...

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