Paris und München machen es seit Langem vor, nun zieht die Bundeshauptstadt nach: Am Sonntag gehen Vierbeiner mit langem Rücken gemeinsam mit ihren Besitzern Gassi. Hinter dem Spaß steckt aber mehr. Denn der Hype um die Rasse hat eine Schattenseite, die vor allem Tierheime zu spüren bekommen.
Der Name ist Programm: Beim ersten Wiener Wiener Walk dreht sich am 25. Oktober alles um den Dackel. Treffpunkt ist um 15 Uhr beim Wiener Würstelstand in Spittelau, eine Stunde später setzt sich der Tross in Bewegung. Eingeladen sind Dackel und Dackel-Mischlinge samt ihren Menschen. Wer mitgehen will, muss sich vorab auf der Webseite anmelden.
Ausgeheckt hat das Jakob Trost. Seit rund eineinhalb Jahren gehört Dackel „Hermann“ zu seiner Familie. „Aufgrund der Namensgleichheit war es für mich eigentlich aufgelegt, diesen Walk endlich nach Wien zu bringen“, erzählt er. Mit an Bord ist seine Freundin Christina Massing.
Ein einziger Post weckte die Dackelfreunde
Wie groß das Interesse ist, zeigte sich rasch. Schon ein erster Instagram-Post stieß auf viel Zuspruch. Die Stadt hat offenbar eine lebendige Szene an Dackelliebhabern. Auch der Startpunkt war schnell gefunden. Der Würstelstand passt nicht nur zum Wortspiel, er bietet auch genug Platz für den gemeinsamen Abmarsch und eine geeignete Umgebung für die tierischen Teilnehmer.
Wenn aus dem Modehund ein Abgabefall wird
Der Dackel ist seit einigen Jahren enorm gefragt. Die Kehrseite: Die charakterstarken Hunde brauchen Zeit, Geduld, konsequente Erziehung und viel Zuwendung. Dazu kommen laufende Kosten für Haltung, Pflege und Tierarzt. Wer das unterschätzt, stößt rasch an seine Grenzen. Im schlimmsten Fall wird das Tier wieder abgegeben. Tierheime und Tierschutzorganisationen müssen das dann auffangen.
Spenden für Vierbeiner
Genau hier setzt der Walk an. Er soll über die Bedürfnisse der Rasse aufklären, für eine bewusste Anschaffung sensibilisieren und Spenden für Tierheime sammeln. „Wir wollen zeigen, wie viel Freude das Leben mit einem Dackel macht – aber auch, wie viel Verantwortung damit verbunden ist“, sagt Trost. „Ein Hund ist keine kurzfristige Lifestyle-Entscheidung, sondern ein Familienmitglied, für das man langfristig Verantwortung übernimmt.“
Geht es nach den Organisatoren, bleibt es nicht bei einem einmaligen Auftritt. Der Spaziergang soll künftig einen fixen Platz im Wiener Veranstaltungskalender bekommen.
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